Geschichte der Stadt Werder (Havel)

Zur Geschichte und Stadtentwicklung


Die Besiedlung des Landes reicht weit zurück bis in die Mittelsteinzeit vor ca. 10.000 Jahren. Über Jahrhunderte im Lande ansässige Germanen und Slawen verschmolzen miteinander, suchten in unruhigen Zeiten Schutz auf der schwer zugänglichen Insel und errichteten dort wahrscheinlich im 9. oder 10. Jahrhundert das erste Fischerdorf.

Die Insel wurde durch die Herrschenden verschenkt und verkauft. Die erste urkundliche Erwähnung Werders als "oppidum", Städtlein, findet sich in einer Verkaufsurkunde vom 07. Juli 1317. Ritter Sloteke, Truchsess des Markgrafen Waldemar, verkaufte Werder auf Geheiß seines Herrn für 244,–Mark Brandenburgischen Silbers an das Kloster Lehnin. Die Lehniner Mönche beeinflussten die Entwicklung der Stadt erheblich. Lange Zeit war neben der Fischerei der von ihnen geförderte Weinbau eine der wichtigsten Erwerbsquellen. In seiner Blütezeit gab es 240 Weinberge in und um Werder. Als im 18. Jahrhundert der Weinbau aus verschiedenen Gründen zurückging, nutzten die Werderschen die vorhandenen günstigen Bedingungen für den Obstanbau. In Potsdam und vor allem in Berlin boten sich gute Absatzmöglichgkeiten, und Werder wurde als "Obststadt" bekannt.



Übersichtskarte

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Die Stadt Werder (Havel)

Werder erhielt bereits 1459 von Kurfürst FriedrichII. das Privileg, zwei Jahrmärkte abzuhalten.

Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. hinterließ auch in Werder seine Spuren. Für das auf der Insel stationierte Militär, wozu auch einige "Lange Kerls" aus seiner Leibgarde gehörten, ließ er 1736 die Brücke zur Insel erneuern. Auch die je nach Jahreszeit moddrigen oder staubigen Straßen wurden gepflastert, nachdem seine Kutsche einmal darin stecken geblieben war..

Die wirtschaftliche Entwicklung Werders vollzog sich besonders seit dem 18. Jahrhundert rasch und wechselvoll.

Neben der Fischerei, dem Wein- und dem Obstbau waren Brauereien und Ziegeleien bedeutend und prägten Stadt und Landschaft. In den Gründerjahren Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Gebiet von Werder ca. 30 Millionen Ziegel jährlich produziert und auf dem Wasserwege vor allem nach Berlin und Potsdam geliefert.

Gleichzeitig mit dem Rückgang der Ziegelproduktion um die Jahrhundertwende entstand die fabrikmäßige Obstverarbeitung, und verschiedene Industriebetriebe siedelten sich an.

Die Entdeckung Werders in dieser Zeit als "touristische Attraktion" – besonders zum Baumblütenfest, das seit 1879 gefeiert wird – belebte die Gastronomie und besserte das Einkommen der Obstzüchter auf.


Der traditionelle Obstanbau behielt seine Bedeutung. In der DDR war Werder Zentrum des Havelländischen Obstanbaugebietes, in dem fünf große Obst- und Gemüsebaugenossenschaften 12.000 Hektar bewirtschafteten.
Nach 1989 wurden die Genossenschaften aufgelöst. Jetzt ist man dabei, auch verwilderte Flächen nach und nach wieder – unter Vermeidung der bei den Großplantagen gemachten Fehler – in vernünftiger, den örtlichen Gegebenheiten angepasster Weise neu zu bebauen.
Heute ist der Obstanbau nicht nur Basis für Handel und Industrie, sondern auch für den Tourismus. Die Schönheit der blühenden Obstgärten und Plantagen im Frühling, der Duft der reifen Früchte und die berauschende Wirkung Werderaner Obstweines sind unvergleichlich.


Übersichtskarte

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Seit 1993 ist die Innenstadt Werders Sanierungsgebiet. Dazu gehören sowohl die malerische Inselstadt, deren städtebauliches Konzept im wesentlichen im 17. Jahrhundert entstanden ist, als auch das Geschäftszentrum in der gründerzeitlichen Vorstadt auf dem davor liegenden Festland.

Der mit der Sanierung eingeleitete Entwicklungsprozess wurde von Beginn an so gesteuert, dass er aktiv von den Bürgern und Bürgerinnen mitgestaltet werden kann. Das heißt, alle wichtigen Prozesse bei der Vorbereitung und Durchführung von Planungen sind öffentlich und für die Bewohner einsehbar. Private Baumaßnahmen werden am Ort mit den Planungsbeteiligten und den Bauherren besprochen und so abgestimmt, dass die gesetzlichen Auflagen aus Denkmalschutz und Gestaltungssatzung erfüllt und oft mit einem öffentlichen Zuschuss unterstützt werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt wird von Stadt und Sanierungsträger auf die Herrichtung der Straßen und Plätze gelegt, welche sich ebenfalls am historischen Ortsbild orientiert.

Mit einer vernünftigen Relation von Neubau und behutsamer Gebäudesanierung und sinnvoller Nutzung gewachsener Strukturen wollen die Werderaner den Charakter ihrer Stadt erhalten und sie als Erholungs-, Wohn- und Arbeitsort lebendig gestalten.

Die Stadt Werder hat sich das Ziel gesetzt, Erholungs- und Tourismuszentrum innerhalb des Havellandes vor den Toren Berlins zu werden.



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Werder – Ortsteil Petzow

Der südlichste Ort, den Lenné mit seinem "Verschönerungsplan der Umgebung von Potsdam" des Jahres 1833 erfasste, war der Ort Petzow auf der Landbrücke zwischen Schwielowsee und dem Glindower See.

Das Dorf Petzow fand 1419 erstmals urkundliche Erwähnung, wurde 1542 zum einem Amtsdorf und ist heute ein Ortsteil der Stadt Werder (Havel).

Vor allem mit dem Wirken von Carl Friedrich August Kaehne (1814) wurde der Familienbesitz wesentlich geprägt. Die Leistungen dieser Generation waren u.a. der Bau des Herrensitzes unter Heranziehung von Schinkel (1825) und die Parkanlage (1838). 1842 ist die neue Petzower Dorfkirche durch Friedrich Wilhelm IV. eingeweiht worden.

Die Dorfkirche Petzow, 1842 erbaut nach den Plänen von Schinkel, ist heute kulturelles Zentrum in Petzow. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde die Kirche Petzow am 30. Oktober 1994 der kulturellen Nutzung übergeben. Heute finden fast regelmäßig Ausstellungen, Konzerte, Theatervorführungen und auch Gottesdienste statt, veranstaltet und organisiert von Kulturvereinen, Künstlern und der Kirche.

Öffnungszeiten von Kirche Petzow/Aussichtsturm
März bis Oktober
Freitag 13.00-18.00 Uhr
Samstag/Sonntag 11.00-17.00 Uhr
November bis Februar
Samstag/Sonntag 13.00-17.00 Uhr


Des weiteren besteht die Möglichkeit, hier kirchliche und standesamtliche Trauungen sowie Taufen abzuhalten. Petzow wird auf Grund seiner idyllischen Lage hauptsächlich durch den Tourismus geprägt. Zu erwähnen sind Campingplätze, das Inselparadies, diverse Ferienhaus-Siedlungen, Hotel Schloss Petzow, Gaststätten und Pensionen – also beste Voraussetzungen, um hier Ruhe und Entspannung zu finden.



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Informationen über das INSELPARADIES PETZOW erhalten Sie unter:
www.inselparadies-
petzow.de

Werder – Ortsteil Bliesendorf

Die erste urkundliche Erwähnung Bliesendorfs existiert von 1296, als die Gemeinde noch den Namen "Blisendorp" trug. Etwa ein Jahrhundert später wandelte sich die Bezeichnung "Blisendorp", später "Blysendorp" (bis 1580), dann Bliesendorf.

Um 1727 wurde die Kirche Bliesendorf am Rande des Angers erbaut. Sie wurde um 1860 durch einen Backsteinturm ergänzt. In den Jahren 1996/97 wurde sie saniert. Außer dem Gottesdienst finden dort im Sommer und in der Adventszeit Konzerte statt. Nicht nur die Kirche , sondern der gesamte Ort erfuhr in den Jahren 1996-98 eine Schönheitskur. Öffentliche Straßen und Plätze wurden saniert bzw. neu angelegt.

Die alte Schule (1905 erbaut) erstrahlt ebenfalls in "altem Glanz" und ist der Treffpunkt für die örtlichen Vereine.

Bliesendorf besitzt eine Fläche von ca. 13 ha und hat ca. 380 Einwohner. Der Ort selbst liegt eingebettet in viel Wald und einige Obst- und Ackerflächen. Die ausgedehnten Waldflächen werden alljährlich von vielen Pilzsuchern bevölkert. In Richtung Busendorf liegt der winzige, abgelegene Ortsteil Resau, einst gutsherrschaftliches Vorwerk. Dort leben heute noch 4 Familien. Die Handvoll Häuser gehört amtlich zur Gemeinde Bliesendorf.


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Auf dem Weg dorthin muss man an den "3 dicken Männern von Bliesendorf" vorbei, drei großen Findlingen.
Die Gemeinde Bliesendorf war bis 1998 eine selbständige Gemeinde, die dem Amt Werder zugeordnet war. Die Gemeindevertretung und die Bürger von Bliesendorf haben sich per Bürgerentscheid dazu bekannt, sich ab 31.12.1998 der Stadt Werder (Havel) anzuschließen.




Werder – Ortsteil Plötzin

Die Gemeinde Plötzin mit den Ortsteilen Neu Plötzin und Plessow kann auf acht Jahrhunderte ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1179
zurückblicken.

1187 hieß das Dorf " Reinholdesdorp" und Markgraf Otto II. übergab es mit allen Rechten und dem Kirchenpatronat dem Domkapitel Brandenburg, welches es 1726 an den Minister von Görne verkaufte.

1817 ging es an den Oberamtmann Bennecken aus Aken über, von dem es 1831 die Witwe des Predigers Tiebe aus Gollwitz und 1872 schließlich die von Rochows erwarben.

Den Zisterziensermönchen aus Lehnin ist es zu verdanken, das sich neben der Landwirtschaft auch der Obstbau entwickelte.

Heute sind in der Umgebung des Dorfes viele Ostbäumen zu finden, die zur Zeit der Baumblüte im malerischen Weiß erstrahlen. Obstzüchter laden zur Erntezeit zum selber Pflücken des sonnengereiften Obstes ein.

Die Dorfkirche, ein rechteckiger Feldsteinbau aus dem 18. Jahrhundert, wahrscheinlich auf Grundmauern aus dem 13. Jahrhundert gebaut steht mitten auf dem Dorfanger umgeben von einem kleinen Friedhof. Ihr Westturm spiegelt sich im Dorfteich. Kirche, Dorfteiche und alte Bauernhäuser vermitteln ein Stück Dorfromantik und lassen vermuten, wie es in der "guten alten Zeit" gewesen ist.

Im Ortsteil Plessow finden wir eine neugotische Kirche aus dem Jahre 1866. Wappen, Gedenktafeln, Grabsteine und das Innere der Kirche bergen Erinnerungen an die Gutsbesitzerfamilie von Rochow.

Zu erreichen ist Plötzin über die Bundesstraße 1 aber auch auf ausgeschilderten Radwegen.

Mit Wirkung vom 31.12.2000 wird die Gemeinde Plötzin mit seinen Ortsteilen Plessow, Neu-Plötzin und Plötzin zum Ortsteil der Stadt Werder (Havel).

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