Grundlage für Bewässerung im Obstbau gesichert
Die Sanierung des Brauchwasserwerks in Glindow ist abgeschlossen. Damit wurde eine zentrale Infrastruktur für den Obstanbau in der Region Werder (Havel) modernisiert und für die kommenden Jahre gesichert. Zentrale Anlagen am Pumpwerk wurden erneuert, die Steuerung digitalisiert und der Gebäudeteil instandgesetzt, in dem sich das Werk befindet. Bereits im Vorfeld der Maßnahme wurde der Zufluss vom Glindower See verbessert.
Ziel der Arbeiten war es, die Leistungsfähigkeit des Brauchwasserwerks zu sichern und die Versorgung der angeschlossenen Flächen langfristig stabil zu halten. Mit der Modernisierung besteht außerdem die Möglichkeit, in einem weiteren Schritt die Frostschutzberegnung auf den Plantagen auszubauen. Sie kann helfen, Ernteverluste durch Spätfröste im Frühjahr zu verringern.
Das Land Brandenburg hat das Sanierungsprojekt mit 1,7 Millionen Euro gefördert. Die Gesamtkosten lagen bei rund 2 Millionen Euro, die Stadt Werder (Havel) hat einen Eigenanteil von 300.000 Euro getragen.
Wissenschaftliche Begleitung liefert klare Befunde
Die Sanierung wurde durch eine hydrologische Studie der Technischen Universität Dresden begleitet. Der Abschlussbericht umfasst 74 Seiten und untersucht Möglichkeiten und Grenzen einer wassersparenden Bewässerung im Obstbau. Analysiert wurden unter anderem das Wasserverteilungsnetz, die Verdunstungswerte der vergangenen Jahre sowie das lokale Klima.
In Feldversuchen über zwei Vegetationsperioden wurden verschiedene Bewässerungssysteme getestet und deren Auswirkungen auf Wasserverbrauch, Bodenfeuchte und Ertragssicherheit untersucht. Die Ergebnisse bestätigen: Die Bewässerung bleibt die Voraussetzung für Qualität im Werderaner Obstbau. Gleichzeitig steigt die Bedeutung des Brauchwassers durch klimatische Veränderungen weiter an.
Auch Risiken durch Spätfröste wurden untersucht. Messungen belegen deutliche Temperaturunterschiede innerhalb der Plantagen. Daraus ergeben sich Anforderungen an gezielte Frostschutzmaßnahmen. In der Studie wird empfohlen, für den Standort darüber hinaus auch spätblühende Obstsorten zu prüfen.
Zugleich macht die Untersuchung deutlich, dass die bestehende Infrastruktur an Grenzen stößt – etwa bei gleichzeitig hoher Wasserentnahme. Für die Zukunft werden unter anderem der Ausbau effizienter Bewässerungssysteme, eine bessere Steuerung, zusätzliche Speicher und ein gezieltes Monitoring empfohlen.
Abschlussveranstaltung mit Einblicken vor Ort
Seit 1936 versorgt das Brauchwasserwerk Obstplantagen, Gärten und Anlagen mit Havelwasser. Bis heute ist es eine tragende Säule für den Obstbau in der Region und schont die Trinkwasserressourcen.
Zum Abschluss des Sanierungsprojekts lädt die Stadt Werder (Havel) am 22. April 2026 um 16 Uhr in das Schützenhaus, Uferstraße 10, ein. Dort werden auch die Ergebnisse der Studie detalliert vorgestellt. Im Anschluss ist eine Besichtigung des Brauchwasserwerks möglich.
Die Veranstaltung endet voraussichtlich gegen 18 Uhr. Interessierte Bürger sind dazu eingeladen, um Anmeldung wird gebeten unter brauchwasser@werder-havel.de.
