Gymnasium in Werder (Havel) stärkt Profil mit Neubau und Exzellenzlabel
Ein besonderer Tag für das Ernst-Haeckel-Gymnasium: Erweiterungsbau eingeweiht und CertiLingua-Auszeichnung übergeben.
Starkes Signal für den Bildungsstandort: Mit der Einweihung des Erweiterungsbaus und der Auszeichnung als CertiLingua-Schule hat das Ernst-Haeckel-Gymnasium in Werder (Havel) am heutigen Donnerstag zwei wichtige Schritte zugleich vollzogen. Der Termin fand erstmals in der neuen Schulaula statt – mit Schülern, Lehrern und vielen Gästen. Die CertiLingua-Akkreditierung wurde von Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann übergeben.
„In Brandenburg wird in Bildung investiert – das beweisen wir in Werder gleich doppelt“, sagte der Minister. „Erstens gratuliere ich dem Ernst-Haeckel-Gymnasium zur Auszeichnung mit dem Exzellenzlabel CertiLingua. Es würdigt das Engagement im Bereich der Sprachen, zum Beispiel mit Austauschprogrammen und bilingualem Unterricht. Zweitens gratuliere ich der Stadt Werder zur vorausschauenden Entscheidung, das Gymnasium baulich aufzuwerten. Der Neubau fördert eine zukunftsorientierte Lernkultur. In Werder zeigt sich die hohe Wertschätzung des Engagements von Schulleitung und Lehrkräften, für das ich ihnen herzlich danke.“
Mehr Raum für Lernen und Begegnung
Mit dem Erweiterungsbau gewinnt die Schule rund 43 Prozent zusätzliche Fläche. Das neue Gebäude umfasst eine Bruttogeschossfläche von rund 2.800 Quadratmetern. Herzstück ist die Aula für 720 Gäste mit Empore und Bühne, hinzu kommt ein moderner Schultrakt mit acht Unterrichtsräumen.
Bürgermeisterin Manuela Saß beschrieb die Dimension und hohen technischen Standards des Projekts: „Allein das Stahltragwerk der Aula bringt rund 67 Tonnen auf die Waage. Beheizt wird das Gebäude über eine Fußbodenheizung auf rund 1.500 Quadratmetern Fläche. Und mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach kann im Schnitt fast jede zweite Steckdose des Neubaus mit Sonnenenergie versorgt werden.“
Insgesamt wurden rund 12,5 Millionen Euro investiert, davon rund 744.000 Euro aus KfW-Fördermitteln. Die Bauleistungen wurden in 28 Einzellosen europaweit vergeben. „Was mit einer Großbaustelle begann, ist heute ein Ort zum Lernen, zum Begegnen und zum gemeinsamen Erleben. Die Schule gewinnt damit spürbar an Raum“, sagte die Bürgermeisterin.
Schule wächst inhaltlich und international
Neben dem Bau steht die Auszeichnung als CertiLingua-Schule für die fachliche Entwicklung des Gymnasiums. Das europäische Exzellenzlabel wird an Schulen vergeben, die besondere Schwerpunkte bei der Mehrsprachigkeit, im bilingualen Unterricht und in der internationaler Zusammenarbeit setzen. Es bestätigt vertiefte Fremdsprachenkenntnisse sowie Erfahrungen in internationalen Austauschformaten.
Für Schüler eröffnet das Zertifikat zusätzliche Perspektiven, etwa beim Zugang zu internationalen Studienangeboten. Im Land Brandenburg gibt es mit dem Ernst-Haeckel-Gymnasium nun drei CertiLingua-Schulen.
Schulleiter Martin Erdmann betonte die Verbindung des Neubaus mit dem pädagogischen Anspruch: „Die Räumlichkeiten einer Schule sind von enormer Bedeutung. Der Raum als ‚dritter Pädagoge‘ ist immer präsent. Mit diesem Erweiterungsbau mit Aula hat die Stadt Werder (Havel) einen wahrlich besonderen ‚dritten Pädagogen‘ für das Ernst-Haeckel-Gymnasium gebaut.“
Programm zeigt Vielfalt der Schule
Die Einweihung wurde von einem Bühnenprogramm des Gymnasiums getragen. Musikalische Beiträge des Schulchors, der Schülerband, des Lehrerchors und der Musikschule Engelbert Humperdinck, einer Partnerin des Gymanasiums, wechselten sich mit weiteren Programmpunkten ab.
Auch ein Theaterbeitrag, der bekannte Politik-Podcast der Schule sowie Videogrußworte von Partnerschulen aus Dänemark, Frankreich und Neuseeland waren Teil des Programms. Ein eigener Beitrag stellte das CertiLingua-Profil der Schule vor. Zudem informierte der Förderverein über ein Spendenprojekt für einen Bechstein-Flügel, der künftig die Aula bereichern soll.
Für die Stadt Werder (Havel) ist das Neubauprojekt Teil ihrer Bildungsstrategie. Bürgermeisterin Saß: „Diese Investition stärkt die Bildung – und damit die Zukunft unserer Stadt.“
Ein besonderes Geschenk
Am 4. Oktober 2025 ist in der Gedenkstätte Marienborn die Städtepartnerschaft zwischen Siegburg und Werder (Havel) besiegelt worden. Die Delegation aus Siegburg brachte dazu ein besonderes Geschenk mit: eine Skulptur des Komponisten Engelbert Humperdinck.
Die Wahl fiel bewusst auf Humperdinck. Er wurde in Siegburg geboren und steht bis heute für das kulturelle Erbe der Stadt. Mit der Skulptur wollten die Siegburger ein Stück ihrer eigenen Geschichte weitergeben – als Zeichen der Verbundenheit und als kulturelle Brücke zwischen beiden Städten.
Bürgermeisterin Manuela Saß kündigte damals an, einen passenden Ort für die Skulptur zu finden. Am 16. April hat sie dieses Versprechen eingelöst. Im Rahmen der Einweihungsfeier des Erweiterungsbaus des Ernst-Haeckel-Gymnasiums übergab sie die Figur an Schulleiter Martin Erdmann.
Die Übergabe fügt sich inhaltlich gut: Das Gymnasium pflegt eine enge Partnerschaft mit der Musikschule Engelbert Humperdinck des Landkreises Potsdam-Mittelmark, die auch am Festprogramm beteiligt war. Künftig soll die Skulptur einen Platz in der Aula finden – und so eine sichtbare Verbindung zwischen Städtepartnerschaft, Schule und musikalischer Bildung schaffen.
