Kommunale Wärmeplanung für Werder (Havel)
Die Stadt Werder (Havel) startet mit der kommunalen Wärmeplanung. Wie lässt sich die Wärmeversorgung im Stadtgebiet langfristig klimafreundlich, wirtschaftlich und verlässlich gestalten? Informationen zum Verfahren.
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Die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung ist gesetzlich vorgegeben.
Die Stadt Werder (Havel) startet mit der kommunalen Wärmeplanung. Gemeinsam mit Fachakteuren und der Öffentlichkeit soll in den kommenden Monaten untersucht werden, wie sich die Wärmeversorgung im Stadtgebiet langfristig klimafreundlich, wirtschaftlich und verlässlich gestalten lässt. Der kommunale Wärmeplan soll bis Ende 2027 fertiggestellt werden.
Die Wärmeversorgung ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität. Mit der kommunalen Wärmeplanung wird eine strategische Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Wärmeversorgung geschaffen. Dabei wird untersucht, welche Technologien und lokal verfügbaren Energiequellen künftig sinnvoll miteinander kombiniert werden können und welche Versorgungsformen sich für unterschiedliche Gebiete besonders eignen.
Was bedeutet die kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung betrachtet die Wärmeversorgung nicht für einzelne Gebäude, sondern entwickelt eine langfristige Strategie für das gesamte Stadtgebiet. Die Planung soll unter anderem aufzeigen, welche Gebiete sich perspektivisch besonders für eine Versorgung über Wärmenetze eignen und in welchen Bereichen eher dezentrale Lösungen – beispielsweise individuelle Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien – in Betracht kommen. Damit erhalten Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer eine wichtige Orientierung über mögliche Entwicklungen der Wärmeversorgung in ihrem Umfeld.
Wichtig: Der kommunale Wärmeplan ist ein strategisches Planungsinstrument. Er legt nicht fest, welche Heizung einzelne Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer künftig einbauen müssen. Der Wärmeplan selbst hat keine rechtliche Außenwirkung und begründet keine einklagbaren Rechte oder Pflichten. Auch aus der Darstellung eines Gebietes als mögliches Wärmenetzgebiet entsteht beispielsweise noch kein Anspruch auf einen Wärmenetzanschluss.
Warum erstellt Werder (Havel) einen kommunalen Wärmeplan?
Deutschland verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2045 Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen. Nach dem Bundes-Klimaschutzgesetz sollen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 bis 2030 um mindestens 65 Prozent und bis 2040 um mindestens 88 Prozent reduziert werden. Mit dem am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz – WPG) wurde bundesweit der rechtliche Rahmen für die kommunale Wärmeplanung geschaffen.
Für Gemeinden mit bis zu 100.000 Einwohnern müssen nach den bundesgesetzlichen Vorgaben grundsätzlich spätestens bis zum 30. Juni 2028 Wärmepläne vorliegen. Die Stadt Werder (Havel) plant, ihren kommunalen Wärmeplan bis Ende 2027 fertigzustellen.
Grafik: Energieplanung360
Abbildung: Phasen der Kommunalen Wärmeplanung
Wie entsteht der kommunale Wärmeplan?
Die kommunale Wärmeplanung erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten.
Eignungsprüfung
Zu Beginn wird untersucht, ob Teilgebiete für eine verkürzte Wärmeplanung in Betracht kommen. Dabei wird insbesondere geprüft, ob sich bestimmte Gebiete mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für eine Versorgung über ein Wärme- oder Wasserstoffnetz eignen.
Bestandsanalyse
Zunächst wird untersucht, wie hoch der derzeitige Wärmebedarf ist, wie Gebäude aktuell mit Wärme versorgt werden und welche Versorgungsinfrastruktur bereits vorhanden ist. Dazu werden unter anderem Daten zum Gebäudebestand, zum Wärmeverbrauch und zur lokalen Energieversorgung erhoben und ausgewertet.
Potenzialanalyse
Anschließend wird untersucht, welche Möglichkeiten zur Senkung des Wärmebedarfs bestehen und welche erneuerbaren Energiequellen sowie unvermeidbaren Abwärmepotenziale vor Ort zukünftig genutzt werden könnten.
Zielszenario
Auf Grundlage der Bestands- und Potenzialanalyse wird ein mögliches Bild der zukünftigen Wärmeversorgung entwickelt.
Gebietseinteilung und Versorgungsoptionen
Auf Grundlage des Zielszenarios wird das Stadtgebiet in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt. Dabei wird untersucht, welche Versorgungsarten – beispielsweise Wärmenetze oder dezentrale Lösungen – für die jeweiligen Gebiete perspektivisch besonders geeignet erscheinen.
Umsetzungsstrategie
Abschließend werden konkrete Maßnahmen entwickelt, mit denen die Stadt die Transformation der Wärmeversorgung in den kommenden Jahren unterstützen und voranbringen kann.
Datenschutz wird gewährleistet
Für die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung werden verschiedene Daten benötigt. Ihre Erhebung und Verarbeitung erfolgen auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben und unter Beachtung des Datenschutzes. Personenbezogene Daten werden nicht veröffentlicht. Die Ergebnisse werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben so aufbereitet und veröffentlicht, dass der Schutz personenbezogener sowie weiterer schutzwürdiger Daten gewährleistet ist.
Bürgerinnen und Bürger werden beteiligt
Die kommunale Wärmeplanung erfolgt unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Im Verlauf des Planungsprozesses werden Ergebnisse veröffentlicht und Möglichkeiten zur Information und Beteiligung angeboten. Nach der Bestandsanalyse sowie im weiteren Verlauf der Entwicklung des Wärmeplans sind zudem öffentliche Informationsveranstaltungen vorgesehen. Dort werden die gewonnenen Erkenntnisse und mögliche Entwicklungspfade vorgestellt sowie Fragen zur zukünftigen Wärmeversorgung beantwortet. Über Termine, Veröffentlichungen und Beteiligungsmöglichkeiten informiert die Stadt Werder (Havel) rechtzeitig über ihre Informationskanäle.
