Blütenstadt Werder (Havel)

Namen gegen das Vergessen

Neuer Gedenkort auf dem Neuen Friedhof erinnert an Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.
Foto: Stadt Werder (Havel) / hkx
Die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Annette Gottschalk, und Christian Große gedenken der Opfer der Bombennacht und der Kriegstoten auf dem Neuen Friedhof.

Mit einer Gedenkveranstaltung auf dem Neuen Friedhof hat die Stadt Werder (Havel) am 10. Juni an die Opfer des Bombenabwurfs vom 10. Juni 1944 und an weitere Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Zugleich wurden neue Tafeln eingeweiht, die an die dort Bestatteten namentlich erinnern.

An der Veranstaltung nahmen Vertreter der Stadtpolitik, der Stadtverwaltung und des Heimatvereins Werder (Havel) teil. Gemeinsam gedachten sie der Menschen, die durch Krieg und Gewalt ihr Leben verloren haben. Die Namenstafeln machen nun sichtbar, wer an den beiden benachbarten Gräberstätten auf dem Neuen Friedhof bestattet ist.

Zeichen der Würde und des Respekts

In der einen wurden die Opfer des Bombenabwurfs auf Werder (Havel) vom 10. Juni 1944 begraben. Von den 25 Todesopfern des Angriffs ruhen 23 an dieser Stelle. Das zweite Sammelgrab ist die letzte Ruhestätte von 37 namentlich bekannten sowie sechs unbekannten Kriegstoten.

Mit den neuen Tafeln werden die beiden Begräbnisstätten erstmals sichtbar als Kriegsgräberstätten ausgewiesen. Sie erinnern an die dort bestatteten Opfer und nennen – soweit bekannt – ihre Namen. Für den 1. Beigeordneten Christian Große ist das „ein Zeichen der Würde und des Respekts“.

In seiner Ansprache erinnerte er an die Schicksale der Opfer. „Die neuen Tafeln erinnern daran, dass hinter jedem Namen ein Mensch stand. Ein Mensch mit Familie, mit Hoffnungen und mit einem Platz im Leben dieser Stadt“, sagte er. Besonders bedrückend sei der Blick auf die Namen der Opfer des Bombenabwurfs.

Teilweise ganze Familien ausgelöscht

Unter ihnen seien auch Kinder gewesen. Teilweise seien ganze Familien ausgelöscht worden. Große erinnerte zugleich daran, dass der Bombenabwurf Teil eines Krieges gewesen sei, der von Deutschland ausgegangen sei und unermessliches Leid über Europa gebracht habe.

Mit den Namenstafeln sind die Kriegsgräber nun sichtbar gekennzeichnet. Wie an anderen Kriegsgräbern in der Stadt und den Ortsteilen wird damit die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft bewahrt. Unterstützt wurde das Projekt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Christian Große dankte allen Beteiligten, die zur Umsetzung beigetragen haben.

Werder (Havel), 11. Juni 2026