Regattastrecke für die Zukunft gerüstet
Nach fast 50 Jahren wurde das Albano-System der Regattastrecke saniert. Zur offiziellen Freigabe erinnerte Ehrenbürger Werner Große an den abenteuerlichen Bau der Sportanlage.
Die sanierte Regattastrecke in Werder (Havel) ist am Dienstag feierlich freigegeben worden. Nach Reden und Erinnerungen an den Bau der Anlage wurde das Band durchschnitten – anschließend ging es beim Schauwettkampf aufs Wasser.
Die Strecke hatte ihre Bewährungsprobe zu diesem Zeitpunkt bereits bestanden. Beim DRV Masters Championat im Juni und bei der Havel-Ruder-Regatta am vergangenen Wochenende waren die neuen Anlagen schon im Wettkampfeinsatz.
„Normalerweise wird eine Sportanlage erst feierlich freigegeben – und danach zeigt sich, ob sie sich bewährt. Bei unserer Regattastrecke ist es diesmal andersherum“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß. Mit der Sanierung seien wieder gute Bedingungen für Training, Nachwuchs- und Wettkampfsport geschaffen worden.
Ehrenbürger Werner Große erinnert sich
Ein besonderer Gast konnte aus eigener Erinnerung erzählen, wie die Regattastrecke durch umfangreiche Ausbaggerungen und Uferkorrekturen überhaupt entstanden ist: Werders früherer Bürgermeister und Ehrenbürger Werner Große hatte beim Bau in den 1970er-Jahren als damaliger stellvertretender Bürgermeister die Regie geführt.
Große erinnerte an ein Projekt, bei dem vieles mit Improvisation, persönlichem Einsatz und guten Kontakten möglich gemacht werden musste. Rund 1,2 Millionen Mark seien seinerzeit allein in die Strecke geflossen. Wo die Gäste am Dienstag auf der Uferpromenade standen, habe man vor dem Bau „im Schilf und bis zum Bauch im Matsch gestanden“, erzählte er.
Auch von unerwarteten Hindernissen berichtete Werner Große. Bei den Baggerarbeiten sei unter anderem ein nicht in den Karten verzeichnetes Kabel der DDR-Sicherheitsorgane entdeckt worden. Eine Tauchergruppe aus Rostock hätte schließlich geholfen, das Kabel tiefer zu legen. Andere Arbeiten seien nur möglich geworden, weil Betriebe und Behörden das Vorhaben unterstützten und Material und Technik organisierten.
Albano-System tat fast 50 Jahre seinen Dienst
„Es war wirklich ein tolles Zusammenspiel aller, die mit dem Rudersport verbunden waren oder es dadurch erst wurden“, sagte Große. Das Ergebnis sei nicht allein die Regattastrecke gewesen. Mit dem Ausbau sei zugleich die Uferpromenade möglich geworden, von der Einwohner und Besucher bis heute profitieren.
Fast 50 Jahre hat das damalige Albano-System seinen Dienst getan. Inzwischen war der Instandhaltungsaufwand erheblich gestiegen. Bei der Sanierung wurden die Dalben im Start- und Zielbereich erneuert und neu gesetzt. Auf der 1.500 Meter langen Strecke kamen 18 Kilometer Edelstahlseil und mehr als 1.200 neue Bojen zum Einsatz. Neu ist auch die 70 Meter lange Startbrücke.
Rund 424.000 Euro sind in die vorbereitenden Untersuchungen und die Bauarbeiten geflossen. Das Land Brandenburg unterstützt das Vorhaben mit 300.000 Euro. Die Stadt koordinierte die Bauarbeiten und übernahm den Eigenanteil des Ruder-Klubs von mehr als 100.000 Euro vollständig.
Bürgermeisterin Saß: „Sportstandort für Werder und weit darüber hinaus“
„Das ist für ein einzelnes Vorhaben ein erheblicher Beitrag in unserer Sportförderung“, sagte Bürgermeisterin Saß. Die Entscheidung sei bewusst getroffen worden: „Die Regattastrecke ist nicht nur für den Ruder-Klub von Bedeutung. Sie ist ein wichtiger Sportstandort für Werder und weit darüber hinaus.“
Ruder-Klub-Vorsitzender Thomas Dosk dankte dem Landessportbund Brandenburg, dem Kreissportbund Potsdam-Mittelmark und der Stadt für die Unterstützung. Die Werderaner Strecke sei bundesweit bekannt und habe über Jahrzehnte Wettkämpfe mit nationaler und internationaler Beteiligung erlebt.
Andreas Gerlach, Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes Brandenburg, ging auf die Bedeutung des Goldenen Plans Brandenburg für Investitionen in die Sportinfrastruktur ein. Die Sanierung der Regattastrecke wurde über dieses Förderprogramm unterstützt.
Erinnerungsfoto und kleiner Schauwettkampf
Nach den Reden versammelten sich Werner Große und die Gäste zunächst zu einem gemeinsamen Erinnerungsfoto. Unter den Gästen waren neben Werderaner Rudersportlern unter anderem auch Vertreter des Landesruderverbandes Brandenburg und des Kanu-Klubs Potsdam.
Anschließend wurde am Steg symbolisch das Band durchschnitten. Bei bestem Spätsommerwetter gehörte die Aufmerksamkeit danach wieder den Sportlern: In mehreren Booten zeigten die Ruderer bei einem kleinen Schauwettkampf, wofür die Strecke erneuert worden ist.
