Blütenstadt Werder (Havel)

Stadtverordnete beschließen neuen Flächennutzungsplan

Der Plan zeigt, wie sich Werder (Havel) bis 2040 räumlich entwickeln kann.
Stadtverordnete beschließen neuen Flächennutzungsplan

Die Stadt Werder (Havel) hat ihren Flächennutzungsplan bis zum Jahr 2040 fortgeschrieben. Die Stadtverordneten beschlossen am 19. März das Planwerk, an dem seit dem Jahr 2023 intensiv gearbeitet und diskutiert worden war. Es beschreibt die langfristige räumliche Entwicklung der Kernstadt Werder (Havel) und der Ortsteile Glindow, Töplitz, Bliesendorf, Plötzin, Phöben, Derwitz, Kemnitz und Petzow.

Der Flächennutzungsplan legt fest, wo künftig Wohnbauflächen, Gewerbe, Infrastruktur oder Energieanlagen möglich sind – und welche Landschafts- und Grünräume dauerhaft gesichert bleiben sollen. Der Plan bildet damit den strategischen Rahmen der Stadtentwicklung und die Grundlage für spätere Bebauungspläne.

Wohnbauflächen: Rund 268 neue Wohneinheiten möglich

Ein Schwerpunkt liegt auf der verträglichen Entwicklung neuer Wohnbauflächen. Insgesamt werden rund 14,8 Hektar zusätzliche Wohnbauflächen dargestellt. Daraus ergibt sich rechnerisch ein Potenzial von etwa 268 neuen Wohneinheiten im Stadtgebiet. Der größte Teil dieser Entwicklung konzentriert sich auf die Kernstadt Werder (Havel) und den Ortsteil Glindow. So liegt ein Entwicklungsschwerpunkt für Wohnbauflächen im Bereich Elisabethstraße / Langer Grund in Glindow. Allein diese Fläche umfasst rund 8,3 Hektar.

In der Kernstadt können weitere Wohnbauflächen unter anderem im Bereich der Moosfennstraße durch kleinteilige Nachverdichtung entstehen. Zusätzlich werden im südlichen Bahnhofsumfeld gemischte Bauflächen dargestellt. Dort können künftig verstärkt Wohnungen, Dienstleistungen und kleinere Gewerbebetriebe kombiniert werden.

Kleinere Bauflächenentwicklungen erfolgen auch in den Ortsteilen. So wird in Plötzin am Bliesendorfer Weg eine Wohnbaufläche von rund 1,4 Hektar dargestellt. Der Flächennutzungsplan verfolgt damit das Ziel, die eingeschränkten Entwicklungsoptionen in den Ortsteilen ausgewogen zu verteilen und neue Wohngebiete vor allem in bestehenden Siedlungsbereichen zu entwickeln und gleichzeitig die Landschaft zwischen den Ortsteilen zu erhalten.

Gewerbeflächen und Photovoltaik

Neben dem Wohnungsbau werden auch Flächen für wirtschaftliche Entwicklung dargestellt. Der größte neue Gewerbestandort entsteht im Ortsteil Glindow. Dort wird eine gewerbliche Baufläche von rund 18 Hektar ausgewiesen. In der Kernstadt sowie in den Ortsteilen Derwitz und Plötzin werden weitere Flächen für gewerbliche Nutzung gesichert.

Der Flächennutzungsplan schafft auch die planerischen Voraussetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Dazu werden im Stadtgebiet mehrere Sonderbauflächen für Photovoltaik dargestellt, die potenziell für Freiflächen-Photovoltaikanlagen geeignet sind. Der Schwerpunkt der Photovoltaikflächen liegt auf landwirtschaftlichen Flächen zwischen den Ortsteilen Glindow, Bliesendorf und Plötzin.

Insgesamt umfasst die im Flächennutzungsplan dargestellte Freiflächen-Photovoltaik rund 126 Hektar. Mehr als die Hälfte davon sind Agri-Photovoltaikflächen mit kombinierter landwirtschaftlicher Nutzung. Für rund sieben Hektar gelten besondere Anforderungen zum Naturschutz.

Landschaft, Klima und Wasser

Parallel zur baulichen Entwicklung sichert der Flächennutzungsplan große Landschafts- und Grünräume. Auch in der Kernstadt werden zum Schutz gesunder Wohnverhältnisse mehrere Flächen ausdrücklich als Grünflächen festgelegt, etwa zwischen Brandenburger und Kemnitzer Straße, zwischen Schwalbenbergweg und Am Plessower See sowie zwischen Kesselgrundstraße und Birkengrundweg. Solche Flächen erfüllen wichtige Funktionen für Klimaschutz, Frischluftversorgung und Naherholung.

Auch Waldflächen werden gesichert oder – etwa westlich der Glindower Poststraße – erweitert. Rund 22 Prozent der Stadtfläche sind Wald. Ein weiteres Ziel des Plans ist der Schutz der Uferstrukturen der Seen sowie der landwirtschaftlichen Freiräume zwischen den Ortsteilen.

Der Flächennutzungsplan nennt außerdem verschiedene Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft, zum Beispiel zum Wasserrückhalt in der Landschaft. Dazu gehören unter anderem Flächen rund um den Großen und Kleinen Plessower See sowie die Havelauen zwischen Töplitz und Göttin.

Langfristiger Rahmen für die Entwicklung der Stadt

Der Flächennutzungsplan zeigt, wie sich Werder (Havel) bis zum Jahr 2040 entwickeln kann. Welche Flächen tatsächlich bebaut und welche Maßnahmen umgesetzt werden können, entscheidet sich erst in späteren Bebauungsplänen und Genehmigungsverfahren.

Mit der Fortschreibung schafft die Stadt einen langfristigen Rahmen für Wohnraum, wirtschaftliche Entwicklung, Energiewende und den Schutz der Landschaft.

Werder (Havel), 23. März 2026