Wie Werder beim Bewässern neue Wege geht

Umweltministerin Hanka Mittelstädt hat sich über Projekte zum sparsamen Umgang mit Wasser informiert. Bürgermeisterin begrüßt die Verbindung von Forschung und Praxis in Werder.

Foto: Stadt Werder (Havel) / hkx
Werksleiter Holger Deichsel, Ministerin-Mittelstädt, Projektleiter Stefan Marten und Bürgermeisterin Saß im sanierten Brauchwasserwerk.

Wasser ist für den Obstanbau in Werder (Havel) unverzichtbar. Doch die Sommer werden trockener, die Wasserressourcen knapper. Wie sich Obstplantagen und Grünflächen künftig noch sparsamer und umweltschonender bewässern lassen, hat Brandenburgs Landwirtschafts- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt am Mittwoch (21. Oktober) bei einem Besuch in Werder (Havel) erfahren.

Zwei Projekte standen auf dem Programm: das sanierte Brauchwasserwerk in Glindow und ein Versuch zur Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser auf dem Golfplatz des Märkischen Golfclubs Potsdam.

„Werder ist seit Generationen vom Obstanbau geprägt. Damit das so bleibt, müssen unsere Betriebe auch unter veränderten klimatischen Bedingungen wirtschaften können“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß. „Dafür brauchen wir nicht nur ausreichend Wasser, sondern vor allem kluge Lösungen, um mit dieser kostbaren Ressource umzugehen.“

Wasser sparen mit der richtigen Technik beim Obstbau

Eine solche Lösung wird in Glindow untersucht. Das Land Brandenburg hat die unlängst abgeschlossene Sanierung des dortigen Brauchwasserwerkes mit 1,7 Millionen Euro gefördert. Begleitet wurde das Vorhaben von der Technischen Universität Dresden. Die Wissenschaftler haben untersucht, wie sich Wasser bei der Bewässerung und beim Frostschutz im Obstanbau möglichst effizient einsetzen lässt.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit der richtigen Technik Wasser sparen lässt. Empfohlen wird insbesondere die Tropfbewässerung in längeren, dafür selteneren Intervallen. Messungen der Bodenfeuchte helfen, die Wassergaben am tatsächlichen Bedarf der Pflanzen auszurichten. Beim Frostschutz soll das Wasser gezielt dort eingesetzt werden, wo die Gefahr besonders groß ist. Zusätzliche Speicherbecken könnten den hohen Wasserbedarf in kalten Frühjahrsnächten abdecken.

Ministerin Hanka Mittelstädt betonte, dass der Obstanbau rund um Werder bereits heute stärker unter Wasserknappheit leide als viele andere Regionen Deutschlands. „Die Sanierung des Brauchwasserwerkes – begleitet durch wissenschaftliche Untersuchungen – verbindet eine konkrete, regionale Infrastrukturmaßnahme mit Erkenntnissen für eine ressourcenschonende und klimaangepasste Bewässerung im Obstbau“, sagte sie. Die Erkenntnisse aus Glindow könnten deshalb auch anderen Obstanbaugebieten helfen.

Wasser sparen mit innovativen Lösungen auf dem Golfplatz

Eine andere Frage beschäftigt die Wissenschaftler auf dem Golfplatz des Märkischen Golfclubs Potsdam. Dort wird seit zwei Jahren in einem Pilotprojekt erprobt, ob sich aufbereitetes Abwasser aus der nahen Kläranlage Werder zur Bewässerung von Grünflächen eignet.

Foto: Stadt Werder (Havel) / hkx
Martin Westphal, Geschäftsführer des Märkischen Golfclubs, flankiert von Ministerin Mittelstädt und Bürgermeisterin Saß.

Untersucht wird insbesondere, was mit möglichen Schadstoffspuren und hygienischen Belastungen geschieht, wenn das Wasser im Boden versickert. Ziel ist es, herauszufinden, unter welchen Bedingungen eine solche Wiederverwendung möglich ist, ohne Böden und Grundwasser zu gefährden.

Das vom Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Golfplatzbetreiber initiierte Projekt wird von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark und dem WAZV Werder-Havelland begleitet. Die Ergebnisse sollen auch Erkenntnisse für die künftigen Regelungen zur Wiederverwendung von Wasser liefern.

Wertvolle Erkenntnisse aus der Praxiserfahrung

„Das Projekt bietet daher die Möglichkeit, aus der Praxiserfahrung wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, um künftig eine nachhaltige Bewirtschaftung des Wasserhaushalts mit vorsorgendem Boden- und Grundwasserschutz in Einklang zu bringen“, sagte Ministerin Mittelstädt. Langfristig könnten die Erkenntnisse sogar für die Wiederverwendung von häuslichem Abwasser in der Landwirtschaft von Bedeutung sein.

Bürgermeisterin Manuela Saß sieht in beiden Projekten überregionale Ansätze für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Wasserressourcen. „Wir müssen auf unsere Wasser acht geben. Dazu gehört es, neue Lösungen zu entwickeln und in der Praxis zu erproben. Dass dies hier in Werder (Havel) geschieht, freut mich besonders.“

Quellen: Stadt Werder (Havel) / MLEUV Brandenburg

Werder (Havel), 22. Oktober 2026