Zwei Künstler, zwei Wege zum Raum
Die Ausstellung „formalästhetisch“ mit Arbeiten von Christoph Mertens und Max Stiller ist am Mittwochabend im KUNST-GESCHOSS eröffnet worden. Bürgermeisterin Manuela Saß und Kurator Frank W. Weber begrüßten rund 50 Gäste in der Stadtgalerie im Schützenhaus.
„Ich freue mich, dass wir im KUNST-GESCHOSS immer wieder Künstler mit ganz unterschiedlichen Handschriften erleben können“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß. „Die wechselnden Ausstellungen machen neugierig und laden dazu ein, sich auf neue Sichtweisen einzulassen.“
Mit Christoph Mertens aus Schäpe bei Beelitz und Max Stiller aus Köln treffen in der Ausstellung zwei Künstler aufeinander, die bislang nichts miteinander zu tun hatten – und sich in der Ausstellung dennoch hervorragend ergänzen. Beide arbeiten mit geometrischen Formen und beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Objekt und Raum.
Der Maler Max Stiller arbeitet mit einem von ihm als „Trigonometrischer Kubismus“ bezeichneten Ansatz. Nach dem Prinzip des Kubismus zerlegt er Gesehenes in geometrische Formen. Dabei beschäftigt ihn die Frage, wie ein Objekt mit dem umgebenden Raum verbunden ist.
„Das Abbild dessen, was wir als gegenständlich wahrnehmen, ist in Wirklichkeit eine Zusammenfügung von ungegenständlichen Formen konkreter Art, die erst in ihrer Summe in unserer Assoziation eine Vorstellung visueller Wirklichkeit ergeben“, beschreibt Stiller seinen Ansatz.
Der Bildhauer Christoph Mertens geht einen anderen Weg. Mit seinen Objekten gestaltet er den Raum selbst. Winkel sowie quadratische und diagonale Teilungen folgen dabei klaren Vorgaben. Reihung, Teilung, Faltung und Verschachtelung von Grundformen bestimmen seine Arbeiten.
Die Skulpturen treten in Beziehung zu ihrer Umgebung und eröffnen neue Räume und Sichtweisen. Wer das Prinzip ihres Aufbaus erkannt hat, kann die Konstruktion im Kopf weiterführen.
Genau darin sieht Kurator Frank W. Weber die Verbindung der beiden Positionen: „Beide Künstler sind auf dem Weg, ein eigenes System des Raumes zu erschaffen.“ Dieses System folge Gesetzmäßigkeiten, die der Besucher erkennen und gedanklich weiterverfolgen könne.
Die Ausstellung „formalästhetisch“ ist bis zum 25. Oktober 2026 im KUNST-GESCHOSS, Uferstraße 10 in Werder (Havel), zu sehen. Geöffnet ist donnerstags, samstags und sonntags jeweils von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
