Blütenstadt Werder (Havel)

Bismarckhöhe

Hoch über Werder liegt die Bismarckhöhe – ein traditionsreicher Ort für Aussicht, Feste und Kultur. Vor über hundert Jahren zog sie Ausflügler aus nah und fern an. Heute ist sie wieder ein lebendiger Treffpunkt über der Havel.
Foto: Tom Klement
Der Ballsaal der Bismarckhöhe. Die Stadt, Vereine und Veranstalter nutzen ihn regelmäßig.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts boomte der Ausflugstourismus. Entlang der Havel entstanden mehrere Höhengaststätten, die mit weiten Blicken und der Nähe zur Obst- und Weinlandschaft Werders lockten. Auf dem Galgenberg, einer markanten Anhöhe am Rand der Inselstadt, begann ab 1894 der Ausbau der Bismarckhöhe.

Die Lage war ideal: Von hier aus öffnete sich der Blick über die Flussarme, die Gärten und die Höhenzüge bis weit ins Havelland. Vier Jahrzehnte lang entwickelte sich die Bismarckhöhe zu einem beliebten Ziel für Tagesgäste und Wanderer. Hier wurde gegessen, gefeiert und getanzt – viele Feste sind bis heute in Erinnerung geblieben.

Vom Verfall zur Wiederbelebung

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Gaststätte an Bedeutung, die Gebäude verfielen im Laufe der Jahre. Als die Stadt Werder (Havel) die Anlage 2002 übernahm, war sie in einem stark beschädigten Zustand. Doch die Grundidee blieb: Die Bismarckhöhe sollte wieder ein Ort werden, an dem Gäste zusammenkommen – so wie vor hundert Jahren.

Foto: Artem Heißig
Die Bismarckhöhe hieß früher einmal Galgenberg. Christian Morgenstern hat hier seine ersten berühmten Galgenlieder geschrieben, das „Christian Morgenstern Literaturmuseum“ erinnert daran. 
Mit Unterstützung des Freundeskreises Bismarckhöhe und vieler Förderer begann eine schrittweise Sanierung. Dach, Fassade, Turm und Innenräume wurden erneuert. 2007 kehrte mit dem Blütenball ein traditionsreiches Fest zurück in das Haus. Damit war die Bismarckhöhe wieder dort angekommen, wo sie lange gestanden hatte: mitten im gesellschaftlichen Leben der Stadt.

Turm, Ausstellungen und ein Blick weit ins Land

Eine Ausstellung im Turm erinnert daran, dass Dichter Christian Morgenstern hier seine ersten „Galgenlieder“ verfasst hat. Der Turm selbst ist erneut begehbar. Wer die Stufen hinaufsteigt, erreicht die Dachplattform – einen der schönsten Aussichtspunkte über das Werderaner Havelland.

Foto: Paula Grüning
Immer wieder finden im Ballsaal Konzerte statt. Auch Chris Norman hat hier schon mal vorbeigeschaut. 
Die Mischung aus Geschichte, Natur und Architektur macht die Bismarckhöhe bis heute zu einem besonderen Ort. Sie verbindet die Vergangenheit des Ausflugstourismus mit einem modernen Kulturangebot.

Ein lebendiger Veranstaltungsort

Heute verfügt die Bismarckhöhe über mehrere Räume: den großen Ballsaal, einen kleineren Salon, die rustikale Bismarck Lounge und eine weitläufige Panoramaterrasse mit Biergarten. Hier finden Feste, Konzerte, Vorträge und Aufführungen statt. Viele Vereine und Veranstalter aus Werder nutzen das Haus für ihre Programme.

Auch beim Baumblütenfest spielt die Bismarckhöhe wieder eine wichtige Rolle. Sie zählt zu den prägenden Orten des Festes – und knüpft damit direkt an ihre Gründungsgeschichte an.

Foto: Martin Karnbach
Die Terrasse der Bismarckhöhe bietet einen einmaligen Blick über die Werderaner Altstadt und die Havellandschaft. 
Werder (Havel), 3. Juli 2026