Für unsere Sicherheit in der Stadt unterwegs

Das Ordnungsamt hat schon ohne Corona viele Aufgaben in Werder. Mit der Eindämmungsverordnung sind nun noch neue hinzugekommen

Das Wochenende war wieder arbeitsreich für die Männer in den blauen Uniformen, die sie sich als Mitarbeiter unseres städtischen Ordnungsamtes ausweisen. Die Kollegen mussten allein am Samstag mehr als 150 Personen darauf hinweisen, dass es nach geltendem Recht auch in Werder (Havel) keine Menschenansammlungen geben darf.

In der Kernstadt und im Bereich der Regattastrecke waren trotz Eindämmungsverordnung viele Touristen unterwegs.  Dass es einigen Menschen an Respekt mangelt, kennen die Außendienstler leider bereits zur Genüge. So war das auch am Wochenende wieder.

Einige Bewohner und auch Gäste unserer Stadt scheinen sich noch nicht ausreichend mit dem Kontaktverbot zwischen mehr als zwei Menschen, dem geforderten Mindestabstand und dem Aufenthalt im Freien sowie dem Versammlungsverbot beschäftigt zu haben. Dabei ist die Eindämmungsverordnung für das Land Brandenburg auf vielen Kanälen gut kommuniziert worden.

Die Außendienstmitarbeiter kontrollieren das Stadtgebiet im Moment besonders darauf, ob die Verhaltensregeln im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eingehalten werden. An die hielt sich die siebenköpfige Truppe Jugendlicher zwischen 15 und 22 Jahren ganz und gar nicht, die sich am vergangenen Samstag unberechtigt auf dem Gelände der Friedrichshöhe aufhielt. Einer Zeugin zeigten sie sogar den Hitlergruß.

Gegen die Jugendlichen wurden durch die hinzugerufene Polizei schließlich mehrere Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs, Verstoßes gegen die Eindämmungsverordnung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen. Alle Jugendlichen wurden an ihre Eltern übergeben.

Unsere Ordnungsamts-Mitarbeiter sorgen für die Einhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung - ihre Aufgaben sind dabei so vielfältig wie die Menschen in unserer Stadt. Ihr Job ist klar geregelt - in der „Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Stadt Werder (Havel)“. Auch die Durchsetzung der in der Corona-Pandemie geltenden Regeln wird jetzt von unseren Werderaner Kräften unterstützt. 

Sie kontrollieren den ruhenden Verkehr, unterbinden Ruhestörungen, illegales Müllabladen aber auch, ob der Einzelhandel und die Gastronomie sich an die derzeit gebotenen Schließungen hält. In Geschäften, die geöffnet haben dürfen, achten sie darauf, dass der Sicherheitsabstand eingehalten wird. Die Eindämmungsverordnung wurde nun übrigens auch mit einem Bußgeldkatalog ergänzt. 

Jenny Neuendorf, Abteilungsleiterin des Ordnungsamtes der Blütenstadt, verweist auf weitere Aufgaben der Mitarbeiter. „Nicht vergessen sollte man, dass die Kollegen viele Sicherheitskontrollen übernehmen: bei Straßenschildern, bei Beschmierungen im öffentlichen Raum oder bei Bäumen, die umzustürzen drohen.“ Dann würden zur Gefahrenabwehr entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

„Liebevoll und rührend“, berichtet die stellvertretende Fachbereichsleiterin, kümmern sie sich aber auch um Fundtiere oder räumen nach Möglichkeit auch schon mal selbst Scherben im Stadtgebiet weg. Derzeit gibt es fünf Mitarbeiter im Außendienst, nach dem Willen der Stadtverordneten sollen es künftig neun sein.

Jenny Neuendorf hofft, dass sich auch Frauen auf die entsprechenden Ausschreibungen bewerben werden. Sie ist überzeugt, dass sich gerade gemischte Teams in den Kompetenzen sehr gut ergänzen werden. Die Aufstockung beim Außendienst soll die engagierten Kollegen entlasten. Gearbeitet wird auch an Wochenenden, dass sollten interessierte Bewerberinnen und Bewerber beachten.

(Text: Ellen Fehlow)

Werder (Havel), 31.03.2020