Nur noch mit Mund-Nase-Maske

Werders Feuerwehren tragen jetzt bei ihren Einsätzen grundsätzlich Community-Masken. Eine Plessower Rentnerin hat bei der Ausstattung geholfen

Feuerwehrleute der Werderaner Ortswehr mit Community-Masken. Foto: Patrick Plönnig

Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Werder (Havel) werden ab heute Community-Masken bei ihren Einsätzen tragen. Nach dem Aufruf von Bürgermeisterin Manuela Saß und dem 1. Beigeordneten Christian Große vom Mittwoch werde heute eine entsprechende Dienstanweisung an alle Ortswehren der Stadt versandt, sagt der Stellvertretende Stadtwehrführer Sebastian Schenk. „Es besteht ohnehin eine große Bereitschaft bei den Feuerwehren, diesem Appell zu folgen und so auch bei den Feuerwehreinsätzen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung beizutragen.“

Eine Dienstanweisung, bei bestimmten Einsatzstichworten medizinische FFP3-Masken zu tragen, gebe es seit Längerem. „Das geht um Einsätze, wo beispielsweise die Gefahr besteht, dass ein Corona-Verdachtsfall involviert ist.“ Die neue Dienstanweisung beziehe sich nun auf den Behelfs-Schutz bei allen Einsätzen, soweit die Maske nicht das Tragen anderer Gerätschaften oder den Einsatz behindert. „Für Leute, die ihre Freizeit ehrenamtlich mit Retten und Helfen verbringen, ist das Tragen der Maske jetzt auch gar keine Frage mehr“, sagt Sebastian Schenk. 

Zugleich konnten alle Freiwilligen Feuerwehren von Werder heute komplett mit den zur Umsetzung der Dienstanweisung benötigten Behelfsmasken ausgestattet werden. „Einige Feuerwehrleute hatten sich schon darum gekümmert, aber jetzt ist wirklich jede Ortswehr mit Masken für ihre Einsatztruppe ausgestattet“, so Sebastian Schenk. Genäht hat die Community-Masken die Plessower Rentnerin Hanne Leo, und zwar ehrenamtlich. 

Wie ist sie darauf gekommen? „Ich habe auf Facebook von einer früheren Arbeitskollegin gehört, dass unsere Feuerwehren Behelfs-Mund-Nase-Masken benötigen könnten“, erzählt die 66-Jährige. Da habe sie sich an die Nähmaschine gesetzt und losgelegt, die Nähanleitung hatte sie aus einer Lokalzeitung. „Den Stoff habe ich von alten Leuten im Ort bekommen. Das ist schöne alte Baumwollbettwäsche, die man noch kochen kann.“ 

Tabak-Papst habe ihr für die Verstärkung des Nasenbereichs Pfeifenreiniger geschenkt, als er von ihrer Nähaktion gehört hatte. So hat Hanne Leo in wenigen Tagen 200 Behelfs-Mund-Nase-Masken für die 160 aktiven Feuerwehrleute der Stadt und der Ortsteile genäht. Zeitaufwand: rund 32 Stunden.

Ein Pressefoto - Hanne Leo beim Masken nähen - lehnt sie ab, sie will auch kein Geld für diese Arbeit haben und macht fleißig weiter. „Wenn Not am Mann ist, setze ich mich ran, ich mache das gern“, sagt Hanne Leo. Dass Sebastian Schenk ihr Nachbar ist, habe die Vermittlung an die Feuerwehren vereinfacht. Der bedankte sich gestern für dieses außergewöhnliche Engagement. 

Werder (Havel), 17.04.2020