Werder trägt Mundschutz

Schon ein Tuch oder Schal stellt eine einfache Mund-Nasen-Bedeckung dar. Community-Masken lassen sich aber auch in drei Minuten selber basteln

Foto: Stadt Werder (Havel)/ elfe
Foto: Stadt Werder (Havel)/ elfe

Immer mehr Werderanerinnen und Werderaner tragen eine Maske. Freiwillig. Denn die Bundesregierung hat lediglich die „dringende Empfehlung“ gegeben, beim Einkaufen oder im Öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Auch Bürgermeisterin Manuela Saß und der 1. Beigeordnete Christian Große riefen die Werderaner dazu auf, Mund-Nase-Masken zu tragen. Ein verbesserter Schutz sei schon mit selbst genähten Masken möglich, für die es Nähanleitungen im Netz gebe. Hier kann man den ganzen Beitrag dazu noch einmal lesen.

Medizinische Masken sollten angesichts der Knappheit dem medizinischen und dem Pflege-Personal vorbehalten sein, das versteht wohl jeder und wird auch von Fachstellen wie der der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung so gesehen. „Es ­ist ­nach ­wie ­vor­ wichtig,­ dass­ Ärzten ­und ­Pflegekräften ausreichend OP- sowie FFP-Masken zur Verfügung ­stehen,­ die­ COVID-19 ­Betroffene­ behandeln­oder betreuen. Handelsübliche Schutzmasken sollten daher dem Fachpersonal vorbehalten bleiben – zum eigenen und zum Schutz anderer“, heißt es in einem Merkblatt vom 20. April.

Und zur Abdeckung von Nase und Mund beim Einkaufen muss es keine teure „FFP2-Maske“ sein, selbst ein einfaches Tuch oder ein Schal helfen schon bei der Eindämmung des neuartigen Coronavirus. Denn nicht jeder hat eine Nähmaschine zu Hause, nicht jeder kann für eine ganze Familie mehrere Masken erwerben, die es beispielsweise auch über Angebote auf unserer Plattform „kauflokal blütenstadt“ oder Internet zu kaufen gibt. In unserer Blütenstadt gibt es bereits eine Vielzahl an Herstellerinnen und Herstellern der in diesen Tagen so gefragten Alltagsmasken.

Unkompliziert, preisgünstig und ohne großes handwerkliches Geschick kann man sich aber Masken auch selbst basteln. Deutschlands Top-Virologe Prof. Dr. Christian Drosten hat dazu bereits am 21. März 2020 per Twitter eine DYI-Empfehlung abgegeben, die wir befolgt und  nachgebastelt haben. Dazu braucht man lediglich eine Küchenrolle, ein Einweg-Taschentuch, einen Locher, eine Schere, Gummibänder, Draht und breites Klebeband. Anstelle von Draht nutzten wir den Metallstreifen eines Aktendullis. Gebraucht haben wir drei Minuten bis zur fertigen Maske, denn alle benötigten Utensilien sollten in jedem Haushalt zu finden sein.

Vor dem Basteln bitte gründlich die Hände waschen. Und so geht’s:

  • Auf zwei Blätter der Küchenpapierrolle legt man das Einwegtaschentuch. Mittig durchgeschnitten ergeben beide Hälften eine Behelfsmaske.
  • Mit dem breiten Klebeband an beiden Seiten werden das Einwegtaschentuch fixiert und die Ränder verstärkt. Dieser so stabilisierte Bereich wird gelocht.
  • Durch alle vier Löcher zieht man nun einen Rundgummi.
  • Den Metallstreifen des Aktendullis legt man an den oberen Rand der Behelfsmaske, auch er wird mit Klebeband fixiert. Der Metallstreifen sorgt dafür, dass man die Maske an die Nase anpassen kann.

Der richtig feste Sitz der Maske ist wichtig, sorgt er doch dafür, dass man nicht in die Versuchung kommt, immer wieder an die Maske zu fassen und den Sitz zu korrigieren.

Einen verlässlichen Schutz bietet sie wie die einfachen Stoffmasken nicht. Diese Behelfsmaske reicht aber aus, um möglichst viele Tröpfchen abzufangen, wenn man selbst niest, hustet oder spricht. Und sie verhindert, dass man sich ins Gesicht fasst. Zudem signalisiert sie anderen, dass man bereit ist, das Risiko einer Ansteckung anderer Menschen zu verringern.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet auf seiner Internetseite über das Tragen dieser Behelfsmasken. Diese schnelle Maske sollte natürlich nur einmal getragen und dann im Restmüll entsorgt werden. Bevor man sie aufsetzt, sollte man sich auf jeden Fall noch einmal die Hände waschen.

Das Händewaschen gehört ja ohnehin in unseren Tagesablauf - mit der Maske rückt es ein weiteres Mal in den Fokus. Denn das Tragen von Schutzmasken ist erst dann sinnvoll, wenn sie korrekt aufgesetzt und abgenommen werden.Übrigens ersetzt das Maske-Tragen auch nicht die Forderung, mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen zu halten.

Auch wenn die Hände gewaschen sind - während des Anlegens der Maske sollte die Innenseite nicht berührt werden. Beim Abnehmen greift man seitlich an die Gummi- oder Stoffbänder. Anschließend wieder die Hände waschen. Wenn es sich um eine Stoffmaske handelt, kann sie in einen luftdicht geschlossenen Behälter wandern, bis sie mit vorhandenen weiteren Masken gewaschen wird. Das sollte bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine passieren.

Eine Alternative ist die Wäsche im Kochtopf. Backofen und Bügeleisen sind weitere Möglichkeiten, Stoffmasken oder auch Masken aus Zellulose wieder fit für den Gebrauch zu machen. Die Mikrowelle ist nur bei reinen Stoff-Masken zu empfehlen, die keine Metallteile haben.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Video veröffentlicht, in dem erklärt wird, welche Möglichkeiten es gibt, um Mund und Nase zu bedecken und was diese bewirken können. Außerdem werden weitere Informationen und Tipps zum richtigen Umgang mit einer Mund-Nasen-Bedeckung vermittelt.

 

(Text: Ellen Fehlow)

Werder (Havel), 21.04.2020