Erstimpfungen mit AstraZeneca-Impfstoff starten

Pflegepersonal und Personal in medizinischen Einrichtungen der höchsten Priorisierungsgruppe erhalten Impfangebot in Impfzentren

Foto peterschreiber.media / stock.adobe.com
Foto peterschreiber.media / stock.adobe.com

Ab Mittwoch, 17. Februar 2021, starten in den elf Impfzentren im Land Brandenburg die ersten Corona-Schutzimpfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca. Dieser Impfstoff kann gemäß der bundesweit geltenden Coronavirus-Impfverordnung aktuell an Personen der höchsten Priorisierungsgruppe, die unter 65 Jahre alt sind, verimpft werden.

Dazu gehören

  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege,
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko (zum Beispiel bei Rettungsdiensten, in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patienten, in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sowie in den Corona-Impfzentren) sowie
  • Personal, das in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandelt, betreut oder pflegt, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht.

Das Sozial- und Gesundheitsministerium hat an Träger Informationen zu diesem Impfangebot sowie zur Terminvergabe verschickt. Krankenhausbeschäftigte können in den Krankenhäusern geimpft werden.

Die EU-Kommission hatte nach der Empfehlung der Europäische Arzneimittel-Agentur am 29. Januar 2021 die Zulassung für den Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca erteilt. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt, den AstraZeneca-Impfstoff nur Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren, da zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren bisher noch keine ausreichenden Daten vorliegen. Brandenburg hat bislang 9.600 Impfdosen von AstraZeneca erhalten; bis Ende dieser Woche werden weitere 12.000 Impfdosen erwartet.

Alle Personen, die nach Paragraph 2 der Coronavirus-Impfverordnung zur Gruppe mit der höchsten Priorität gehören und das 18. Lebensjahr vollendet und das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können telefonisch je einen Termin für die Erst- und Zweitimpfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff vereinbaren. Dafür benötigen sie eine Arbeitgeberbescheinigung. Ohne diese Bescheinigung kann keine Impfung erfolgen. Sie muss beim Impftermin vorgelegt werden.

Die Arbeitgeberbescheinigung sowie eine Sonderrufnummer für diese Terminvereinbarung erhalten die Beschäftigten von ihren Arbeitgebern (Träger der stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten sowie Krankenhäuser). Das Callcenter ist täglich, auch am Wochenende, erreichbar.

Der COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca (AZD1222) ist ein sogenannter Vektor-basierter Impfstoff. Er besteht aus einem harmlosen, bei Menschen nicht vermehrungsfähigen Virus aus der Familie der Adenoviren (Erkältungsviren) von Schimpansen, das so modifiziert wurde, dass es das Gen mit dem Bauplan für die Herstellung eines optimierten Oberflächenproteins des Coronavirus (SARS-CoV-2-Spikeproteins) enthält.

Für eine vollständige Impfserie sind bei diesem Impfstoff zwei intramuskulär zu applizierende Impfstoffdosen notwendig. Nach der COVID-19-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) soll beim Impfstoff von AstraZeneca die Zweitimpfung im Abstand von 9 bis 12 Wochen erfolgen.

Aufgrund der weiterhin geringen Mengen an mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna können für die Corona-Schutzimpfung für Personen im Alter von 80 Jahren und älter, die ebenfalls nach der Coronavirus-Impfverordnung zur Gruppe der höchsten Impf-Priorität gehören, vorübergehend leider keine neuen Termine für Impfungen in Impfzentren vergeben werden.

Sobald wieder ausreichend mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna im Land Brandenburg verfügbar sind, wird es auch wieder eine Terminvergabe für die Personen der Prioritätsstufe 1 geben. Die Bürgerinnen und Bürger, deren Impftermine im Januar aufgrund von unerwarteten Lieferreduzierungen umgebucht werden mussten, werden dabei bevorzugt behandelt und telefonisch kontaktiert. Sie müssen nichts weiter veranlassen.

Aktuell sind 33 mobile Impf-Teams landesweit im Einsatz, die in den 341 stationären Pflegeeinrichtungen die Bewohnerinnen und Bewohner impfen.

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz

Werder (Havel), 12.02.2021