Der Reiz des Unbekannten

Der international arbeitende Fotograf und Künstler Wim Westfield stellt im Kunst-Geschoss seine großformatigen, atemberaubenden Fotografien aus

Foto: © Wim Westfield: „Jesus below surface“, 100x150 cm, Croatia, Model: Julie
Foto: © Wim Westfield: „Jesus below surface“, 100x150 cm, Croatia, Model: Julie

Der international arbeitende Fotograf und Künstler Wim Westfield stellt im Kunst-Geschoss seine großformatigen, atemberaubenden Fotografien aus. Der Austellungstitel lautet „Sea & Sirens“. Eine Ausstellung, die uns Frische in den Sommer und den coronogeregelten Alltag bringt! Der Fotograf und Künstler ist zur Vernissage, am Mittwoch, 21. Juli, um 19 Uhr in der Galerie anwesend.

Wim Westfield arbeitet seit vielen Jahren für renommierte Hochglanzmagazine, wie Mare, Geo, Yacht und andere. „Seine Reisen in die Adria, die Ägäis, das Tyrrhenische Meer, das Mittelmeer, die Ostsee, den Atlantischen Ozean, das Karibische Meer, den Golf von Kalifornien und den Pazifischen Ozean kommen mit Abstand und summarum betrachtet einer Odyssee gleich“, sagt Ausstellungskurator Frank W. Weber.

Frank W. Weber weiter:

„Beim Medium Wasser beweist Westfield Brillanz in der Handhabe seiner fotografischen Technik, wie die Argonauten den sicheren Umgang mit ihrem Schiff beherrschten. Ein berechtigter Vergleich, denn Perfektion gibt Sicherheit und garantiert den Erfolg. Im Angesicht der teils großformatigen Fotografien wird der Betrachter komplett in den natürlichen Ablauf vom Tosen der Wellen und Gischt der Brandung aufgenommen.

Damit bedient der Fotograf auch die Anforderungen seiner Auftraggeber. Für ihn, der sein Werk sowohl geografisch als auch fotografisch in seiner Gesamtheit sieht, ist das noch nicht genug. Wie Odysseus und die Argonauten, die sich den Herausforderungen und Abenteuern stellten, stellt sich Westfield mit seinen Models dem Umgang und Reiz des Unbekannten.

Nackt und ohne Atemgerät stürzt sich eine junge Frau in die Tiefe der Karibik und schwimmt, ja fliegt einer durch Ovid beflügelten Sirene gleich, in völliger Harmonie mit einem 15 Meter langen Walhai. In den Jardines de la Reina, dem Meeresnationalpark Kubas, wird die Begegnung mit einem über drei Meter langen Seekrokodil zur Faszination. Für den Fotografen und seine Modelle ist das ein kalkulierbares Risiko, genau wie das Zusammentreffen mit Haien in einer polynesischen Lagune.

Alle Akteure geben sich der Begegnung mit dem Unbekannten hin, für Westfield zählt der Augenblick. Hier unterscheidet sich Unterwasserfotografie nicht von der generellen Fotografie. Es kommt auf das Auge und den vermittelnden Verstand des Fotografen an, um genau im richtigen Augenblick den Auslöseknopf zu bewegen.

Gegenwärtige Möglichkeiten von Manipulation mit Bildbearbeitungsprogrammen sind für den Fotografen tabu. Seine Werke sind bis ins letzte Detail authentisch und diese Realität überträgt sich auch auf den Betrachter dieser hochwertigen Ablichtungen. Die atemberaubenden Fotos ziehen jeden unweigerlich in Bann. Auch hier fühlt sich Westfield dem klassischen Duktus der Fotografie verpflichtet.

Seine Abzüge werden im unerreichten fotochemischen Verfahren auf einem lichtempfindlichen Medium ausbelichtet und unter optischem Acrylglas versiegelt. Das sichert Farbbrillanz von mindestens 75 Jahren. Diese Fotografien limitiert der Künstler auf maximal sechs handsignierte Abzüge, damit garantiert er wertbeständigen Besitz an einer Kleinauflage.

Laut Homer, der die älteste literarische Vorlage der Sirenensage liefert, lockten die Sirenen Seefahrer nicht nur durch ihre bezaubernde Stimme an, sondern vor allem durch ihre Fähigkeit, alles auf Erden Geschehende zu wissen und offenbaren zu können. Für Wim Westfield wird die sinnliche Weiblichkeit zum Transporteur von Wissen und Offenbarung an uns Betrachter. Wir stellen uns, Odysseus gleich in dieser Ausstellung der Realität, wohl wissend, dass auf einem anderen Weg die Meeresungeheuer Skylla und Charybdis auf uns warten.“

Corona-Hinweise unter https://kunst-geschoss.tumblr.com

 

Werder (Havel), 20.07.2021