Jahreshauptversammlung der Feuerwehren

Die Einsatzabteilung ist in den vergangenen zwei Jahren von 144 auf 185 Feuerwehrleute gewachsen. Luft nach oben gibt es dennoch

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß hat sich bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Werder (Havel) am Freitagabend für den ehrenamtlichen Einsatz der Kameradinnen und Kameraden bedankt. „Sie sorgen dafür, dass die Werderaner nachts ruhig schlafen können. Dafür kann man nicht oft genug Danke sagen“, so die Bürgermeisterin. „Alle Unterstützung durch die Stadt kann nicht ersetzen, was sie leisten“, betonte sie.

Auch Stadtverordnete der CDU, der SPD, der Freien Bürger, der Linken, der Stadtmitgestalter und der AfD übermittelten bei der Jahreshauptversammlung Dank und Grüße aus dem kommunalpolitischen Raum. Der CDU-Stadtverordnete Steffen Lehmann überreichte einen Scheck in Höhe von 2.375 Euro für die Arbeit  der Jugendfeuerwehren. Das Geld hatte er bei den Gästen seines 60. Geburtstags gesammelt und dafür auf Geschenke verzichtet.

Werders 1. Beigeordneter Christian Große zählte zahlreiche Investitionspläne und Beschaffungen für die Feuerwehren im Jahr 2020 auf. Dazu gehören unter anderem die Anschaffung eines neuen Hilfeleistungslöschfahrzeuges für die Glindower Kameraden für 450.000 Euro, die Bestellung einer neuen Drehleiter für 780.000 Euro sowie die Instandhaltung alter und die Herstellung zwei neuer Löschwasserbrunnen.

An den Gerätehäusern Werder und Plötzin wird es Instandhaltungsarbeiten geben, das neue Gerätehaus Plessow wird in diesem Jahr fertig gestellt. Zudem sollen die Entschädigungen für die Feuerwehrleute mit einer neuen Entschädigungssatzung erhöht werden. Ein neuer Stadtwehrführer soll ernannt und eine Wertschätzungskampagne für die Feuerwehren initiiert werden.

Um die Einsatzbereitschaft und die Ausbildung ging es im Vortrag des Stellvertretenden Stadtwehrführers Sebastian Schenk. Demnach ist die Einsatzabteilung in den vergangenen zwei Jahren von 144 auf 185 Feuerwehrleute gewachsen. „Wir stehen mit dieser Einsatzstärke gut da, auch wenn  es natürlich immer Luft nach oben gibt“, sagte Sebastian Schenk. Die Zahl von 77 einsatzfähigen Atemschutzgeräteträgern sei eine der besten im Landkreis.

Neun Kameradinnen und Kameraden schlossen 2019 ihre Motorkettensägenausbildung ab, zwölf Kameradinnen und Kameraden konnten nach erfolgreichem Lehrgang die Bootsführerscheine übergeben werden. Die Truppmannausbildung 1 – der Einstieg in den aktiven Feuerwehrdienst - wurde von 15 Mitgliedern absolviert, die Truppmannausbildung 2 von 6 Mitgliedern. Hinzu kamen zahlreiche Lehrgänge.

Der Stellvertretende Stadtwehrführer Stephan Kranig resümierte das Einsatzgeschehen im vergangenen Jahr. Erstmals seit zwei Jahren sei das Einsatzgeschehen auf insgesamt 333 Einsätze gesunken – bedingt vor allem durch die fehlenden Extremwetterereignisse (2018: 386 Einsätze). 32 Prozent der Einsatze betraf Brände, 68 Prozent technische Hilfeleistungen. Gleich am 1. Januar 2019 um 1.03 Uhr waren die Feuerwehrleute zum Brand eines Nebengelasses in Glindow ausgerückt.

Besonders im Sommer gab es mit einem Kajütbootbrand in Phöben und dem Brand eines gasbetriebenen Autos auf der A10 beim Dreieck Potsdam dann sehr anspruchsvolle Löscheinsätze. Der letzte große Einsatz 2019 war in der Nacht zum 24. Dezember, als der Keller eines Mehrfamilienhauses in der Schubertstraße in Flammen stand. Das Haus musste wegen der Rauchentwicklung evakuiert werden, ernsthaft verletzt wurde niemand.

Bei Hilfseinsätzen wie im September auf der A10 zwischen Dreieck Potsdam und Ferch wurden nach einem Unfall zwischen zwei Lkw die Fahrer aus den zerquetschten Kabinen gerettet. Im Oktober gab es drei Schwerverletzte, nachdem ein Lkw auf der A2 einen in der Standspurt stehenden Lkw touchiert hatte. Eine Fahrerhaus war komplett abgerissen. Werders Feuerwehren trugen durch ihre Leistungen einmal mehr dazu bei, Menschenleben zu retten.  

Stadtjugendwartin Jane Lubinas resümierte die Arbeit der Jugendfeuerwehren, in der aktuell 76 Jungs und 27 Mädchen aktiv sind. Ein Highlight im vergangenen Jahr war ein gemeinsames Stadtzeltlager in Plötzin mit Nachtwanderung und Stationsrallye. Danach konnten 31 Kindern die Kinderflamme 1 und 29 Jugendlichen die Jugendflamme 1 überreicht werden konnte. Zum Jahresabschluss gab es eine gemeinsame Fahrt ins Freizeitcenter Dockx in Berlin.

Bei der Jahreshauptversammlung wurden 28 Kameraden befördert und 17 für treue Dienste ausgezeichnet. Wolfgang Schwarz von der Ortsfeuerwehr Werder wurde in die Alters- und Ehrenabteilung übernommen.  Zum Abschluss wurde im Schützenhaus zu einem reichhaltigen Buffet eingeladen.  

 

 

Werder (Havel), 24.02.2020