1 Million Euro aus dem Digitalpakt Schule

Werder hat in den vergangenen Jahren fast eine Million Euro in die Schul-IT investiert. Durch den Digitalpakt kann der Betrag jetzt verdoppelt werden

Foto: Stadt Werder (Havel)/ hkx

An Werders kommunalen Schulen wurden allein in den vergangenen fünf Jahren fast eine Million Euro in die IT-Ausstattung, u.a. Rechner, Interaktive Tafeln und Netzwerke, investiert. In vielen Klassenräumen sind sogenannte Access Points eingerichtet worden, die die Nutzung mobiler Geräte per WLAN möglich machen. Mittlerweile gibt es an allen Schulen gut ausgestattete Medienkabinette und Notebookwagen mit Klassensätzen.

„Schon seit sieben Jahren hat die Stadt einen jährlichen Haushaltsposten von 65.000 Euro, der ausschließlich dafür geschaffen wurde, regelmäßig die Rechnerausstattung an den Schulen zu modernisieren“, sagt Bürgermeisterin Manuela Saß. „An den Schulen bestehen allerdings erhebliche weitere Investitionsbedarfe, um Medienkompetenzen und digitales Knowhow zu entwickeln und Recherchetechniken für das Internet zu vermitteln.“

Durch den Digitalpakt Schule werden sich die jüngsten Investitionen in Werder nun verdoppeln: Mit dem Digitalpakt hat die Bundesregierung  fünf Milliarden Euro zum Aufbau digitaler Bildungsinfrastrukturen bereitgestellt, die auch in Werder helfen sollen. „Werder (Havel) soll vom Digitalpakt mit gut einer Million Euro profitieren. Wir werden damit einen weiteren Schritt in die digitale Zukunft gehen können und, auch mit den Erfahrungen der Corona-Krise, neue Lernformen an unseren Schulen entwickeln können“, so Bürgermeisterin Manuela Saß.

Bis zum Ende diesen Jahres können die Mittel des Digitalpaktes beantragt werden. Voraussetzung für die Antragstellung sind umfassende Medienentwicklungspläne der Schulen. Mit der Carl-von-Ossietzky-Oberschule, dem Ernst-Haeckel-Gymnasium, der Grundschule Glindow und der Inselschule Töplitz haben bereits vier der fünf kommunalen Schulen solche Medienentwicklungspläne erstellt. Dieser Tage können damit die Fördermittelanträge für den Digitalpakt für diese Schulen eingereicht werden.

Parallel zum Digitalpakt wird bis zum Jahr 2022 das Programm zur „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ im Landkreis mit dem Projektpartner Telekom umgesetzt, 47 Millionen Euro werden dafür bereitgestellt. Aus den von Bund, Land und Landkreis (50/40/10 %) bereitgestellten Geldern sollen weiße Flecken im Breitbandnetz des Landkreises geschlossen werden und sämtliche Schulen mit 1 Gbit/s ans Breitbandnetz angeschlossen werden.

Auch Werderaner Schulen werden davon profitieren. „Die Medienentwicklungspläne unserer Schulen zeigen einmal mehr, dass hier ein dringender Nachholbedarf besteht“, so die Bürgermeisterin. Die Umsetzung des Digitalpaktes werde nur Sinn machen, wenn der Landkreis über das Breitbandprogramm eine ordentliche Internetversorgung in den Schulen bereitstellt. Erst dann werde die Schulvernetzung ihren Zweck erfüllen und ein flexibler und pädagogisch sinnvoller Geräteeinsatz auch im Internet möglich sein.

Hintergrund

Wie es im Einzelnen mit der digitalen Schulausstattung aussieht und was auf der Wunschliste der Medienentwicklungspläne steht:

Carl-von-Ossietzky-Oberschule mit angegliederter Primarstufe (661 Schüler)

  • Die Carl- von- Ossietzky- Oberschule verfügt über zwei Computerräume mit jeweils 15 Rechnern. Außerdem gibt es einen Notebookwagen mit 16 Rechnern zum flexiblen Einsatz. Insgesamt sind 24 Fach- bzw. Unterrichtsräume mit Interaktiven Tafeln bzw. Displays ausgestattet. Es kann in allen Räumen WLAN bereitgestellt werden. Breitbandanschluss: 2 x 250 MBit/s.
  • Die Schule sieht im Medienentwicklungsplan vor allem Bedarf für den weiteren WLAN-Ausbau, die strukturierte Verkabelung und besseres Breitband. Passend zur bisherigen Ausstattung werden u.a. in jedem Klassenraum interaktive Präsentationsmedien gewünscht, außerdem vier weitere Klassensätze mit Laptops und vier Klassensätze mit Tablets. Im Digitalpakt stehen für die Schule 273.171 Euro bereit.

 Ernst-Haeckel-Gymnasium (630 Schüler)

  • Die Schule hat zwei Medienkabinette mit jeweils 15 Rechnern, im WAT-Kabinett stehen acht Rechner zur Verfügung. In rund der Hälfte der Räume kann WLAN bereitgestellt werden. Insgesamt sechs Räume sind mit Interaktiven Tafeln bzw. Displays ausgestattet. 24 Notebook-Beamer-Kombinationen sind außerdem vorhanden. Nutzungsbeschränkungen bestehen durch den Breitbandanschluss (1 x 200 MBit/s, 1 x 250 MBit/s).
  • Die Schule sieht im Medienentwicklungsplan vor allem Bedarf für den weiteren WLAN-Ausbau, die strukturierte Verkabelung und besseres Breitband. Außerdem wünscht sie sich eine homogene Ausstattung aller Unterrichtsräume mit Interaktiven Displays. Auf der Wunschliste stehen außerdem u.a.  jeweils sechs Klassensätze mit Laptops und Tablets. Im Digitalpakt stehen für die Schule 283.805 Euro bereit.

Grundschule Glindow (292 Schüler)

  • Die Grundschule Glindow verfügt über einen PC-Raum mit 14 Rechnern. Es gibt vier Interaktive Tafeln und drei Beamer, außerdem 11 Access-Points für WLAN. Ein Problem ist auch hier der schlechte Internetzugang (1 x 200 MBit/s, 1 x 100 MBit/s).
  • Die Schule hat im Medienentwicklungsplana. vor allem einen besseren Internetanschluss, einen weiteren WLAN-Ausbau und eine strukturierte Verkabelung priorisiert. Zudem werden für alle Klassenräume Interaktive Tafeln gewünscht, ebenso ein Klassensatz mit Laptops und sechs Klassensätze mit Tablets. Der PC-Raum soll auf 26 Rechner aufgestockt werden. Im Digitalpakt stehen für die Schule 140.246 Euro bereit.

Inselschule Töplitz (200 Schüler)

  • Die Inselschule Töplitz verfügt über einen PC-Raum mit 16 Notebooks. Für digitale Präsentationen stehen fünf Interaktive Tafeln und fünf Beamer sowie ein Display zur Verfügung. Es sind 11 Access-Points für WLAN  vorhanden. Internetzugang: 1 x 250 MBit/s.
  • Die Schule wünscht sich einen weiteren WLAN-Ausbau, eine strukturierte Verkabelung und eine deutlich höhere Internetgeschwindigkeit. Es soll eine homogene Ausstattung mit Interaktiven Präsentationsmedien erfolgen. Auf der Wunschliste stehen außerdem u.a. vier Klassensätze mit Laptops und sieben Klassensätze mit Tablets. Im Digitalpakt stehen für die Schule 98.528 Euro bereit.

Hagemeister-Grundschule

  • Die Hagemeister-Grundschule will ihre Medienentwicklungsplan bis Oktober fertigstellen. Im Digitalpakt können 216.320 Euro beantragt werden.

Werder (Havel), 23.06.2020