Empfang für Ärzte der Anlaufstelle

Die von Bundesminister Spahn geplanten Fieberambulanzen waren am Mittwochabend ein großes Thema. In Werder klingt die Idee dahinter vertraut

Foto: Stadt Werder (Havel) / hkx
Foto: Stadt Werder (Havel) / hkx

Mit Fieberambulanzen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen im Herbst wappnen. Für Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen, die auf eine Corona- oder Grippeinfektion hindeuten, solle es zentrale Anlaufstellen und Schutzvorkehrungen für Risikogruppen geben. Der vor einigen Tagen geäußerte Vorschlag war am Mittwochabend ein großes Thema im Biergarten der Bismarckhöhe in Werder (Havel).

Rund 30 Ärzte und Praxismitarbeiter aus dem Raum Werder trafen sich dort zum Dankeschön-Empfang der Stadt: für die Zusammenarbeit bei der Werderaner Anlaufstelle für Atemwegserkrankte. Der 1. Beigeordnete Christian Große sprach das Gesprächsthema dann zur Begrüßung gleich augenzwinkernd an „Die Fieberzentren tragen Werderaner Handschrift. Wir hätten uns die Rechte an unserer Anlaufstelle sichern lassen sollen.“

Stadt und Hausärzte hatten angesichts rasant steigender Infektionszahlen in Werder nach 3 Tagen Vorbereitung am 18. März die Anlaufstelle für Atemwegserkrankte in der Turnhalle des Gymnasiums Betrieb genommen.  Hier wurden unter strengen Hygienevorkehrungen bis 5. Juni 1575 Patienten mit Atemwegserkrankungen versorgt und 841 Patienten abgestrichen. Ziel war es wie bei den jetzt angeregten Fieberambulanzen, den Kontakt von Hausarztpraxen und deren Patienten mit potenziellen Coronafällen zu vermeiden.

Bis zu 18 Ärzteteams aus dem Raum Werder waren an dem Projekt beteiligt, das in einer  Kampagne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung als beispielhaft gewürdigt wurde. Auch 12 Freiwillige der Stadtverwaltung und der Medizinische Dienst der Krankenkassen unterstützten die Arbeit. Von regionalen Apotheken und Großhändlern, aber auch weltweit und sogar aus Kolumbien hatte die Stadt Material wie zum Beispiel FFP3-Masken für die Anlaufstelle beschafft.

Vorsicht und die Vermeidung von Kontakten sieht die Werderaner Ärzteschaft auch aktuell zwingend geboten. Vor und in der Runde wurden Maßnahmen für den Fall besprochen, dass die Corona-Zahlen in Werder im Herbst wieder steigen. Die Wiederaufnahme des Betriebs der Anlaufstelle ist eine Option.

Werder (Havel), 24.09.2020