Neuer Grundstücksmarktbericht erschienen

Wie bereits im Jahr 2018 ist auch im Jahr 2019 die Stadt Werder (Havel) mit 389 Verkäufen auf Platz 1 im Landkreis.

Foto: Stadt Werder (Havel)/ hkx
Das Landratsamt Potsdam-Mittelmark teilt mit

Die Bodenpreise für Bauland im Landkreis sind weiterhin steigend. Im Berliner Umland sind die Bodenpreise um 20 Prozent und im Weiteren Metropolenraum um 21 Prozent gestiegen. Im Jahr 2019 sind in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte 3.309 Urkunden über Grundstücksverkäufe, Erwerb von Eigentumswohnungen u. a. eingegangen. Obwohl es 143 Urkunden weniger als im Jahr 2018 sind, wurden 15 Prozent mehr Verkäufe land- und forstwirtschaftlich genutzter Grundstücke als im Vorjahr registriert.

Der Geldumsatz betrug 736,9 Mio. Euro und liegt somit auf Höhe des Vorjahresniveaus (737,7 Mio. Euro). Hervorzuheben sind hohe Verkaufserlöse bei den bebauten Grundstücken mit ca. 489 Mio. Euro, das entspricht einem Zuwachs um ca. 11 Prozent (48 Mio. Euro). Beim Wohn- und Teileigentum beträgt der Gesamtumsatz ca. 125 Mio. Euro (ein Plus von 1,3 Prozent zum Vorjahr), obwohl die Anzahl der Verträge von 557 auf 474 um ca. 15 Prozent rückläufig war.

Es wurde insgesamt 2.979 ha Grundstücksfläche im Landkreis verkauft. Im Vergleich zum Flächenumsatz des Vorjahres entspricht das einem Rückgang um 15 Prozent. Der Anteil der land- und forstwirtschaftlichen Flächen beträgt allein 2.477 ha. Das entspricht 83 Prozent des gesamten Flächenumsatzes von 2019.


Einzelanalysen
Wie bereits im Jahr 2018 ist auch im Jahr 2019 die Stadt Werder (Havel) mit 389 Verkäufen auf Platz 1 im Landkreis, gefolgt von dem Amt Brück mit 278 Kaufverträgen und der Gemeinde Stahnsdorf mit 259 Kauffällen. Beim Geldumsatz hat die Gemeinde Stahnsdorf mit 116 Mio. Euro Geldumsatz den Rang 1. Hier wurden 16 Prozent des Geldumsatzes im gesamten Landkreis verzeichnet.

Auf Platz 2 liegt die Stadt Teltow mit 114 Mio. Euro und Platz 3 belegt in der Rangfolge die Stadt Werder (Havel) mit 98 Mio. Euro Geldumsatz, gefolgt von Kleinmachnow mit 95 Mio. Euro. Im weiteren Metropolenraum beginnt die Skala bei 45 Mio. Euro im Amt Brück, gefolgt von der Stadt Beelitz mit 29 Mio. Euro und der Gemeinde Kloster Lehnin mit 27 Mio. Euro.

Der Verkauf von 754 Ein- und Zweifamilienhäusern ist gegenüber dem Vorjahr (734) auf etwa gleichbleibendem Niveau. Bei den Reihen- und Doppelhäusern wurden mit 158 Kauffällen knapp 23 Prozent weniger Verkäufe (46) als im Jahr 2018 registriert.

Im Berliner Umland wurden für freistehende Einfamilienhäuser Kaufpreise von 107 Tsd. Euro bis 1.532 Tsd. Euro und im Weiteren Metropolenraum von 26 Tsd. Euro bis 650 Tsd. Euro registriert. Für ein freistehendes Einfamilienhaus mit Baujahr zwischen 2001 und 2010 wurden im Berliner Umland 380 Tsd. Euro bis 935 Tsd. Euro (im Durchschnitt 573 Tsd. Euro) gezahlt. Im Weiteren Metropolenraum sind für freistehende Einfamilienhäuser mit Baujahr zwischen 2001 und 2010 hingegen Kaufpreise von 130 Tsd. Euro bis 382 Tsd. Euro (im Durchschnitt 295 Tsd. Euro) gezahlt worden. Die höchsten Kaufpreise für Altbauten (Baujahr bis 1948) wurden in Kleinmachnow - bis zu 1.215 Tsd. Euro - gezahlt.

Reihenhäuser (mit Baujahren ab 2011) im Berliner Umland erzielten Kaufpreise von 272 Tsd. Euro bis 421 Tsd. Euro (im Durchschnitt 307 Tsd. Euro) und Doppelhaushälften (mit Baujahren ab 2011) im Berliner Umland Kaufpreise von 270 Tsd. Euro bis 524 Tsd. Euro (im Durchschnitt 363 Tsd. Euro). Im Weiteren Metropolenraum wurden Reihenhäuser und Doppelhaushälften mit Baujahren ab 2011 kaum gehandelt.

Beim Wohnungseigentum beträgt der durchschnittliche Kaufpreis für eine Wohnung im Berliner Umland 3.335 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und im Weiteren Metropolenraum 1.246 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die höchsten Preise mit 5.076 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche wurden in Kleinmachnow gezahlt.

Für Mehrfamilienhäuser, Wohn- und Geschäftshäuser, Büro- und Verwaltungsgebäude und Verkaufseinrichtungen, für Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser und Doppelhaushälften sowie für Wohnungseigentum wurden Liegenschaftszinssätze (Zinssatz, mit dem der Wert von Liegenschaften im Durchschnitt verzinst wird) ermittelt und veröffentlicht. Er wird auf der Grundlage geeigneter Kaufpreise und der ihnen entsprechenden Reinerträge für gleichartige bebaute und genutzte Grundstücke unter Berücksichtigung der Restnutzungsdauer der Gebäude nach den Grundsätzen des Ertragswertverfahrens ermittelt.

Neben der Kaufpreissammlung führt der Gutachterausschuss auch eine Pachtpreissammlung und wertet diese aus. Im Grundstücksmarktbericht 2019 werden Aussagen zu gezahlten Nutzungsentgelten und Pachten von Erholungs- und Garagengrundstücken veröffentlicht.

Der Grundstücksmarktbericht 2019 ist in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses ab sofort für eine Gebühr nach der derzeit gültigen Gutachterausschussgebührenordnung in Höhe von 40 EUR in gebundener Form (Broschüre) erhältlich. Im Rahmen von Open Data wurde der Bericht als pdf-Dokument sowohl unter www.gutachterausschuss-bb.de als auch im Geobroker der LGB http://geobroker.geobasis-bb.de kostenfrei bereitgestellt. Die Bodenrichtwerte stehen online im Bodenrichtwert-Portal unter www.boris-brandenburg.de bereit.

Werder (Havel), 3.06.2020