Bürgerhaushalt - Zukunftshaushalt

Viele Städte geben sich Bürgerhaushalte oder Bürgerbudgets. Werder auch, wir gehen aber einen etwas anderen Weg

Viele Städte geben sich einen Bürgerhaushalt. Auch Werder hat bereits 2018 grundsätzlich beschlossen, eine, Bürgerhaushalt einzuführen. Mit Beschluss vom 28. Mai 2020 wurde dieser in einen Zukunftshaushalt überführt.

Der Zukunftshaushalt ist ein Bürgerhaushalt, bei dem alle Einwohner der Stadt Vorschläge für Projekte einreichen können. Die Entscheidung darüber, welche Projekte finanziert werden, wird jedoch von Kinder und Jugendlichen gefällt.

Als erster Überblick wurde ein Videoclip veröffentlicht:

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  1. Phase: Vorschläge konnten eingereicht werden.

Alle Werderaner waren aufgerufen, vom 29. Mai und dem 26. Juli 2020 Projektvorschläge einzureichen. Die Projekte sollten der Allgemeinheit zugute kommen, im Jahr 2021 beginnen und entweder von der Stadt selbst oder von einem gemeinnützigen Verein umsetzbar sein.

Um einen Vorschlag einzureichen, gab es zwei Wege. Die Eintragung über die Beteiligungsplattform der Stadt oder eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Gegebenfalls wurde bei der Formulierung der Vorschläge geholfen.

Insgesamt stand ein Volumen von 200.000 Euro bereit. Ein Vorschlag sollte aber nicht mehr als 30.000 Euro kosten. Insgesamt 63 Vorschläge wurden von den Werderanern abgegeben.

  1. Phase: Vorschläge wurden geprüft.

Die Vorschläge wurden dann von der Verwaltung geprüft und gegebenenfalls in Absprache mit den Einreichenden verändert, um eine Reihe von Kriterien zu erfüllen. Dazu zählte zum Beispiel, dass der Kostenrahmen pro Vorschlag eingehalten wird, das Projekt im Haushaltsjahr 2021 umsetzbar ist und dass es keinen übergeordneten Planungen entgegenwirkt. Am 23. August 2020 konnten 43 Vorschläge den Stadtverordneten vorgelegt werden.

  1. Phase: Vorbereitung der Wahl

Ein aus Werderaner Kindern und Jugendlichen geloster Zukunftsrat mit 23 Mitgliedern hat die Wahl gemeinsam mit der Fachstelle für Kinder und Jugendbeteiligung des Landes Brandenburg und dem Einwohnerbeteiligungsreferenten der Stadtverwaltung, Dr. Linus Strothmann, die Wahl in zwei Sitzungen vorbereitet.

Zum Beispiel wurden doppelte Vorschläge zusammengelegt, so das am Ende 38 Projekte übrig blieben. Es wurde überlegt, wie viele Stimmen abgegeben werden können. Auch die Entscheidung über die Gestaltung einer Informationsbroschüre für die Schulen ist gemeinsam gefallen. 2500-mal wurde sie dann gedruckt.

Nicht zuletzt ist ein zweiter Videoclip entstanden, um die Werderaner Kinder und Jugendlichen über die Wahl ins Bild zu setzen:

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  1. Phase: Wahl an den Schulen

Dann endlich war es so weit: Ab dem 16. November konnten Werderaner Schüler ab der 4. Klasse und bis zu einem Alter von 19 Jahren entscheiden, was ihre Favoriten sind. Neun Schulen haben sich an der Abstimmung beteiligt. Auf den Wahlzetteln konnten bis zu sechs Stimmen abgegeben werden. 1.787 Stimmzettel mit 10.209 Voten wurden abgegeben.

Die Stadtverordneten bekamen am 10. Dezember den Zwischenstand mitgeteilt, die letzten fehlenden Stimmen wurden am 17. Dezember ausgezählt. Und diese zwölf Projekte werden im Jahr 2021 umgesetzt:

  • Graffiti-Wand
    Am neuen Jugendzentrum Haus am See wird eine Graffitiwand gebaut und es findet ein Workshop dazu statt.
  • E-Sports-Turnier 
    Ebenfalls im Jugendzentrum wird ein E-Sports-Turnier zusammen mit dem Werderaner E-Sports Verein veranstaltet.
  • Parcoursanlage 
    Im Stadtwald wird eine Parcoursanlage errichtet.
  • Outdoor Fitness-Park
    Am Luise-Jahn-Ufer in Glindow werden Outdoor-Fitness-Geräte aufgestellt.
  • Stadtwald 
    Im Stadtwald werden Bänke aufgestellt und Neupflanzungen vorgenommen.
  • Sportanlage 
    Im Stadtgebiet wird eine Calisthenics-Anlage für Körpereigengewichtsübungen aufgebaut.
  • Fitnessgerät Finkenberg 
    Am Spielplatz Finkenberg wird ein Fitnessgerät aufgebaut.
  • Bolzplatz Stadtwald 
    Im Stadtwald werden zwei Metalltore aufgestellt.
  • Mehr Bänke 
    Im Stadtgebiet werden Bänke für insgesamt 10.000 Euro aufgestellt.
  • Größere Mülleimer 
    In besonders frequentierten Stadtbereichen werden Mülleimer durch größere Mülleimer ersetzt.
  • Wasserzugang 
    In der Luisenstraße wird am Wasser ein kleiner Platz mit seniorengerechten Bänken gestaltet.
  • Labor Digitales Gestalten 
    An der Volkshochschule werden vier Kurse im Themenbereich Digitales Gestalten kostenfrei angeboten.

Am 17. Februar wurden die Ergebnisse und Schlussfolgerungen des Zukunftshaushaltes in einer Videokonferenz mit fast 80 Teilnehmern vorgestellt. Veranstalter war das Kompetenzzentrum für Kinder und Jugendbeteiligung Brandenburg.